Hessen
Mitteilungen Landesverband Hessen

LFK Umwelt- und Energiepolitik:
„Alle Formen der Energiegewinnung sind kurz- oder langfristig wichtig“


Die Landesfachkommission Umwelt- und Energiepolitik begrüßte am 8. Juli rund 40 Gäste in den Räumen der Villa Bonn zum Thema „Zentral oder Dezentral - Fahrplan für die künftige Energieversorgung“.

Ziel der Veranstaltung war es, Lösungen zu finden, wie man Energie effizienter produziert und verwendet. Vier Referenten haben einen Vortrag gehalten und die Gästen anschließend eingeladen mit zu diskutieren.

Dr. Heinrich-Herrmann Schulte, Generalbevollmächtigter der Firma Bosch Thermotechnik GmbH, erläuterte die Strukturen der Veranstaltungsreihe rund um das Thema „Energie“. In seinem Vortrag erklärte er die Gefahren der Energieabhängigkeit unserer Gesellschaft, in der Engpässe in der Energieversorgung und zudem Klimaprobleme drohen. „Es ist wichtig, dass wir hier sinnvolle und wirksame Lösungen finden“, so Schulte. Er betonte, dass die „vernünftige Mitte“ wohl zwischen einer zentralen und einer dezentralen Versorgung liegt. „Diesbezüglich müssen wir einen Konsens finden, da es bei Investitionen in diesen Bereichen um enorme Summen geht.“

Kurt-Dieter Grill, ehemaliges Mitglied des Bundestages und früherer Vorsitzender der Enquête Kommission „Nachhaltige Energieversorgung“ hat in seinem Vortrag erläutert, dass die Bundespolitik mit dem Thema Energieversorgung und Energiesicherheit derzeit „nicht vorankomme“. Es sei falsch, künftig nur auf eine Form der Energiegewinnung zu setzen. Vielmehr seien alle Formen der Energiegewinnung kurz- oder langfristig wichtig, um eine effiziente Gesellschaft zu erhalten. Zuletzt merkte er an, dass sich die Einstellung der deutschen Gesellschaft zum Thema Technik grundlegend ändern müsse: „So manche Form der Technik wird zu schnell verworfen, damit schneiden wir uns einige Möglichkeiten für deren Weiterentwicklung ab.“

Prof. Dr.-Ing. Rainer Hirschberg von der Fachhochschule Aachen hat sich auf das Thema Gebäudeeffizienz spezialisiert und erläuterte die Wichtigkeit dieses Bereichs. Er erklärt, dass 41 Prozent des Energieverbrauches in Gebäuden stattfindet, weshalb man sich um größere Effizienz in Gebäuden bemühen müsse. Er meint, dass der Fokus in der Vergangenheit zu lange auf der „Effizienz bei der Energiegewinnung“ lag. „Sowohl die Regierung als auch die Wissenschaft haben bei ihren Entscheidungen und Untersuchungen zu wenig auf die Gebäudeeffizienz geachtet.“

Einigkeit unter den Zuhörern und der Referenten herrschte dahingehend, dass der zuständige Energieminister die Themenbereiche noch stärke anpacken müsse. „Auch die Öffentlichkeit sollte hier stärker sensibilisiert und aufgeklärt werden“, sagte Martin Weiss, Kommissionssprecher für Umwelt- und Energiepolitik. Daher wolle er die Veranstaltungsreihe auch künftig fortsetzen und so für relevante Themen in der Energie- und Umweltproblematik Lösungen finden.
Finanzplatz Frankfurt im Umbruch: Verantwortung, Vertrauen, Stabilität
Exklusives Unternehmerfrühstück mit Ministerpräsident Roland Koch MdL und dem Präsidenten des Wirtschaftsrates, Prof. Dr. Kurt J. Lauk
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Zahlreiche Vertreter der Wirtschaft der Region und Mitglieder des Wirtschaftsrates folgten der Einladung des Landesverbandes Hessen zu einem exklusiven Unternehmerfrühstück zum Thema "Finanzplatz Frankfurt im Umbruch: Verantwortung, Vertrauen, Stabilität" in der BMW-Niederlassung in Frankfurt. Dr. Lutz R. Raettig, Sprecher der Sektion Frankfurt und Mitglied im Landesvorstand, begrüßte die mehr als 300 Gäste, unter denen sich auch der Generalsekretär des Wirtschaftsrates Wolfgang Steiger befand.

Der scheidende Ministerpräsident und Gastredner Roland Koch MdL verwies in seinem Vortrag insbesondere auf die Vorzüge Hessens als Wirtschaftsstandort und Finanzplatz: "Die Rhein-Main-Region ist mit Frankfurt einer der stärksten Wirtschaftsräume Deutschlands und eine der dynamischsten Zentren Europas. Die zentrale Lage Hessens in Deutschland und Europa ist eine ideale Voraussetzung für diesen wirtschaftlichen Erfolg" sagte Ministerpräsident Roland Koch MdL. Im Rhein-Main-Gebiet liegt die Internationale Finanzmetropole Frankfurt - Schauplatz diverser internationaler Messen wie der IAA und der Buchmesse. Zusammen mit anderen Städten bildet die Region den Standort bedeutender Industrie- und Technologiebranchen. Mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens, der neuen Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main, den ICE-Strecken nach Fulda und in Südhessen sowie der Weiterentwicklung des S-Bahn-Netzes wird die Verkehrsinfrastruktur weiter gestärkt. International renommierte Universitäten in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg, Wiesbaden oder Kassel sowie Hochschulen in anderen Städten formen Hessens ausgeprägte Wissenslandschaft. Ein dicht geknüpftes Forschungsnetz mit privaten und staatlichen Einrichtungen, Fraunhofer- und Max-Planck-Instituten ist bei uns etabliert, wird ausgebaut und gibt wichtige Impulse für die Wirtschaft. Wir haben in Hessen bereits wichtige Schritte getan, um auch in Krisenzeiten die Startchancen für eine gute Zukunft zu schaffen. Dies alles belegt: An Hessen führt kein Weg vorbei.

Der Präsident des Wirtschaftsrates, Prof. Dr. Kurt J. Lauk, sagte in seiner Rede: "Griechenland ist für seine Situation selbst verantwortlich. Die Griechen sind erst jetzt dort angekommen, wo das nördliche Europa schon lange ist. Die EU-Kommission und der Europäische Rat haben in diesem Punkt schlicht versagt. Der Wachstums- und Stabilitätspakt wurde in den letzten Jahren mehr als 40 Mal gebrochen - ohne Konsequenzen für die jeweiligen Staaten. Die EU muss jetzt zurückkommen auf die vereinbarten Stabilitätskriterien. Denn schon heute leben wir die Zukunft unserer Kinder.

Spätestens seit dem 7. Mai 2010 braucht die Europäische Gemeinschaft eine gemeinsame Wirtschaftsregierung. Es war sicherlich richtig, Griechenland und damit den Euro zu stützen. Trotzdem müssen wir nach den Konsequenzen fragen. Seit dem 7. Mai haben wir eine neue Europäische Union - wir haben de facto eine Finanztransferunion geschaffen, was eigentlich nie hat sein sollen. Die EU braucht eine klare wirtschaftspolitische Strategie mit entsprechenden Eckpunkten und einer neuen Stabilitätsstruktur. Wird sie verletzt, müssen Sanktionen wie etwa der Stimmrechtsentzug für die überschuldeten Länder folgen.

Europa braucht eine unabhängige Zentralbank. Derzeit ist die EZB weniger unabhängig, sondern vielmehr läuft die Gelddruckmaschine. Der französische Vorschlag muss weiter ausgearbeitet werden. So ist er nicht zulässig. Es macht keinen Sinn die griechischen Staatsanleihen bis 2013 zu halten. Die Kernforderung des Wirtschaftsrates: Das griechische Desaster muss Folgen haben und darf nicht noch einmal geschehen. Zu befürchten ist jedoch, dass auch am Ende des derzeit laufenden G-20-Gipfels nicht viel rauskommen wird. Die Asiaten haben keine Bankenkrise und fragen sich deshalb, "warum müssen wir unseren Banken etwas auflasten". Deutschlands Solidarität muss da aufhören, wo unser AAA-Rating, unsere hervorragende Bonität, für Staatsanleihen in Gefahr gerät. Sonst drohen mehrere Milliarden Euro mehr an Zinszahlungen. Dennoch: Deutschland ist derzeit noch immer der Nettogewinner des Euros.

Deutschlands Sozialstaat muss bezahlbar bleiben. Wir müssen ihn finanzieren und bewahren - aber ohne neue Schulden. Das ist etwas Neues in der Republik und der Wirtschaftsrat hat hier bereits Vorschläge gemacht. Wir müssen Versprechungen an die Menschen zurücknehmen - das betrifft auch die Rente. Entweder wir schaffen das, oder Euroland wird zum Fehlschlag. Es ist eine einmalige Chance hier mitzugestalten, Phantasie und Veränderungen ermöglicht, wie wir sie in dieser Republik noch nie hatten."


Sehen Sie hier einen Beitrag über die Veranstaltung von RheinMain-TV:


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2. Golftag des Wirtschaftsrates im Golfpark Winnerod

Bereits zum zweiten Mal luden die Sektionen Marburg/Biedenkopf und Gießen/Alsfeld des Wirtschaftsrates Hessen zum Golftag nach Winnerod ein. Bei gutem „Golfwetter“ konnten die Profis ein vorgabewirksames 18-Loch-Tunier spielen. Für die Anfänger organisierte der Wirtschaftsrat ein Schnuppergolfen mit 9-Loch-Tunier.

Beim anschließenden Empfang im Marburger Hotel „Vila Vita Rosenpark“ trafen sich mehr als 40 Teilnehmer und Gäste zum gemeinsamen Barbecue auf der Terrasse. Stefan Oberhansel, Sprecher der Sektion Marburg/Biedenkopf, und Christina Sator, Sprecherin der Sektion Gießen/Alsfeld, freuten sich, zusammen mit Anne Schmidt vom Vila Vita Rosenpark, zahlreiche Preise und Gutscheine an die erfolgreichen Golfer zu vergeben:
In der Bruttowertung bei den Damen gewann Anne Schmidt selbst, Zweite wurde Margret Prokasky und Dritte Karin Dietz-Baum. In der Bruttowertung der Herren konnte sich Ralph Sommerlad gegen Oliver Schäfer und Folke Mühlhölzer durchsetzen. In der Nettowertung der Klasse A platzierte sich Folke Mühlhölzer vor Oliver Schäfer und Ralph Sommerlad. In der Klasse B spielte sich Werner Römer auf Platz eins, gefolgt von Dr. Niels Jaenke und Stefan Oberhansl.



Ministerpräsident Koch und sein designierter Nachfolger Bouffier besuchen den Informationsstand des Wirtschaftsrates
v.l.n.r.: Peter Beuth MdL, Roland Koch MdL, Dr. Bernhard Knaf, Volker Bouffier MdL, Hermann Gröhe, Marius Schwabe

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch MdL und der frisch gewählte CDU-Landesvorsitzende sowie designierte Ministerpräsident, Volker Bouffier, besuchten auf dem Parteitag der hessischen CDU in Willingen den Informationsstand des Wirtschaftsrates Hessen und dankten Landesgeschäftsführer Dr. Bernhard Knaf und Hauptreferent Marius Schwabe für das Engagement des Wirtschaftsrates in Politik und Gesellschaft.

Die Delegierten bestätigten den Generalsekretär der CDU Hessen, Peter Beuth MdL auf dem Parteitag. Der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Hermann Gröhe, gratulierte.
Landesfachkommission Umwelt und Energie:
„Die künftige Form der Fortbewegung wird elektrisch sein“
Unter dem Titel „Mobilität der Zukunft“ lud die Landesfachkommission Umwelt und Energie des Wirtschaftsrates Hessen zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in die Villa Bonn nach Frankfurt ein. Martin Weiss, Leiter der Landesfachkommission freute sich rund 40 Mitglieder und ausgewiesene Experten begrüßen zu können.

„Der Verkehr in Hessen ist ein zentraler Punkt“, so Michael Boddenberg, Staatsminister für Bundesangelegenheiten in seinem Vortrag. Durch den Frankfurter Flughafen und das Ballungsgebiet „Rhein Main“ gehöre das Thema Mobilität zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Hessen, es wäre „fahrlässig“ wenn man diese nicht nutzen würde.

„Mobilität ist jedoch nicht nur positiv zu bewerten, von ihr geht auch eine starke Belästigung aus. Dies muss die Politik abwägen“, sagte der Minister. Elektromobilität sei daher eine ideale Symbiose zwischen Mobilität und geringer Lärm- wie CO2-Belästigung. Um jedoch auf Elektromobilität umzustellen sei noch viel Forschung und Entwicklung notwendig, ist sich der Minister sicher. „Die Laufzeit der auf dem Markt befindlichen Batterien ist einfach noch nicht gut genug. Wir müssen in diesem Bereich noch nachbessern, um auch lange Strecken bewältigen zu können“, sagte Dirk Fräger, der auch Entwickler der Elektrofahrzeuge „BENNI“ und „STROMOS“ ist.

Michel Boddenberg rechnete vor: „Zurzeit kosten Lithium-Ionen-Akkus zwischen 10.000 und 12.000 Euro und sind damit für die breite Bevölkerung zu teuer. Für das Ziel von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2020 rund eine Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zu haben, müssen finanzielle Anreize gesetzt werden, um das Elektroauto attraktiver zu machen“, sagte der CDU-Politiker.

In einer anschließenden Diskussionsrunde stellte sich die Frage, wo Elektromobilität sinnvoll eingesetzt werden könne. Dr. Hans-Peter Debling von der ConActivity KG sagte dazu, dass dem städtischen Verkehr die größte Aufmerksamkeit zukommen müsse: „Es ist sinnvoll dort anzufangen, da die Autos noch eine sehr geringe Reichweite haben.“

Matthias Drexelius, Erster Beigeordneter des Planungsverbandes Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, ist überzeugt, dass auch Fahrräder mit Elektroantrieb sinnvoll sind: „In Frankfurt am Main gibt es 300. 000 Pendler jeden Tag. Wichtig ist, dass die Autobahnen staufreier werden“. Er berichtet von dem Konzept Bike & Business, ein regionales Projekt zur Förderung der Fahrradnutzung im Berufsverkehr. „Wenn man einen Weg von mehr als fünf Kilometern zurückzulegen hat, gibt es das Konzept Bike & Business 2.0, ein Fahrrad mit elektrischem Motor, das bis zu 25 Stundenkilometern fährt, erläuterte der Planungsfachmann.

Ebenfalls auf dem Podium diskutierten mit: Dr. Thomas Almeroth, Geschäftsführer VDIK Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller und Kurt Sigl, Vorstand Bundesverband eMobilität e.V..

Nach der Diskussionsrunde vertieften die Teilnehmer die Themen bei einem Empfang im Foyer der Villa Bonn. Dirk Fräger präsentierte zudem sein E-Mobil „Stromos“.


„Der Arbeitsmarkt wird künftig von älteren Arbeitnehmern dominiert“
Staatsminister Grüttner MdL zu Gast beim Frankfurter Unternehmerfrühstück


„Der Bewusstseinswandel ist beim Einzelnen schon angekommen, aber noch nicht in der Gesellschaft als Ganzes“, sagte Stefan Grüttner. Der Landtagsabgeordnete und Chef der Hessischen Staatskanzlei sprach vor über 100 Mitgliedern und Gästen im Frankfurter Restaurant Nizza zum Thema „Kommende Herausforderungen: Wirtschaft und Demographie“.

Zur Zeit rücke das Demographieproblem Deutschlands eher in den Hintergrund – obwohl es sehr wichtig für die Zukunft sei, so Grüttner. Zusätzlich zu anderen Problemen schrumpfe der deutsche Staat und die Bevölkerung habe Angst vor der Zukunft. Die Rente ab 67 wurde eingeführt - jedoch herrsche bei den Bürgerinnen und Bürgern ein falsches Bild darüber. Weit verbreitet sei die Meinung: „Die wollen uns doch nur die Renten kürzen!“ Aber die Bevölkerung werde beständig älter und das sei der Grund warum länger gearbeitet werden müsse, stellte der Landtagsabgeordnete klar.

Eine Statistik des Bundes besagt, dass eine ganze Generation an Kindern fehle, sagte Grüttner. Daher sei es unumgänglich, dass der Arbeitsmarkt in Zukunft von Älteren dominiert werde, so der Chef der Hessischen Staatskanzlei. Die Politik werde durch attraktivere Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass junge Menschen wieder Familien gründen. In der Zwischenzeit müssen sich die Unternehmen an der älteren Generation orientieren und in Fort- und Weiterbildungen investieren. Grüttner ist jedoch positiv überrascht, dass trotz der derzeitigen Krise die Unternehmen ihre Unterstützung zur Förderung der Familien nicht zurückgenommen haben. Ein wesentlicher Bestandteil der Personalpolitik sei weiterhin die Familienfreundlichkeit.

Die stärke Einbindung von Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund sei ein wichtiger Aspekt der künftigen Unternehmenspolitik, sagte der Referent. „Wir können nicht überleben, ohne diese Menschen.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen sei dies im Rhein-Main Gebiet jedoch bereits an vielen Stellen gelungen. Dennoch sei es wichtig, offensiv die Frage anzugehen, wie Menschen mit Migrationshintergrund besser in Unternehmen integriert werden können.

Grüttner appellierte zum Schluß an die Vertreter der Wirtschaft der Region: „Nehmen sie die kommenden Herausforderungen an. Beschreiten Sie mit Ihrem Unternehmen diesen Weg, so dass Arbeitnehmer länger und leistungsstärker in dem Unternehmen verweilen können.“
Jung: „Wind und Sonne schicken uns keine Rechnung“
Thomas Berg und Fred Jung von der juwi Holding AG über den Markt für regenerative Energien und das Unternehmen


„Der Markt für regenerative Energien“ lautete die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Finanzierungsformen neuer Energiequellen“ der Landesfachkommission Mittelstandsfinanzierung. In den Räumlichkeiten der juwi Holding AG in Wörrstadt konnten sich die Anwesenden über den direkten Nutzen von Erneuerbaren Energien und die operative Anwendbarkeit für mittelständische Unternehmen informieren. Als Referenten hatten sich Thomas Berg, Public Affairs Manager der juwi Holding AG und Fred Jung, Vorstandmitglied und Mitgründer der juwi Holding AG, zur Verfügung gestellt.

Thomas Berg führt mit einem virtuellen Rundgang über das Gelände der juwi Holding AG in das Thema Erneuerbaren Energien ein. Zur Zeit befindet sich der Hauptsitz der Firma im Umbau, da er um mehrere Gebäude erweitert wird. Nach den Umbaumaßnahmen wird der Gebäudekomplex für rund 700 Mitarbeiter Platz bieten. Schon jetzt sei der Hauptsitz der juwi-Gruppe das „energieeffizienteste Bürogebäude der Welt“.

Fred Jung, Vorstandsmitglied der juwi Holding AG, berichtet von den Schwierigkeiten der Gründungsphase. Das Unternehmen wurde 1996 als Zwei-Mann-Betrieb ins Leben gerufen und bestehe inzwischen aus mehr als 40 Gesellschaften. Die juwi Holding AG ist neben diverser Sitze in Europa auch in Ländern außerhalb der EU wie in den USA, Alaska und auf dem afrikanischen Kontinent vertreten. Das Ziel des Unternehmens sei, „mit Leidenschaft Erneuerbare Energien wissenschaftlich und zuverlässig gemeinsam durchzusetzen“, so der Firmengründer.

Das Unternehmen will die Stromversorgung Deutschlands zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien sicherstellen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. hat publiziert, dass sich die aus erneuerbaren Energien erzeugte Strommenge bis 2020 verdreifachen wird. Jung ist sich sicher, dass das eine technologische Herausforderung darstellen wird, die in den nächsten zehn Jahren bewältigt werden müsse. Die wichtigsten regenerativen Energiequellen sind dabei Wind- und Solarenergie, „denn Wind und Sonne schicken uns keine Rechnung“, so Jung. Ein anschließender Empfang, bei dem die rund 80 Gäste über den Ausbau erneuerbarer Energien diskutieren konnten, rundete den Abend ab.
Dr. Lutz Raettig: „Herausstellen, wo die Stärken liegen“ -Sektionen Wiesbaden und Frankfurt diskutieren mit Experten über Kultur und Tourismus im Rhein-Main-Gebiet

Zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Kultur und Tourismus im Rhein-Main Gebiet“ hatten die Sektionen Wiesbaden und Frankfurt des Wirtschaftsrates eingeladen. Rund 30 Mitglieder konnte der Wiesbadener Sektionssprecher Martin Weiss im Museum Wiesbaden begrüßen.

„Zu einem erfolgreichen Standort gehören auch die weiche Standortfaktoren wie Kunst und Kultur. Das haben die Politiker mittlerweile erkannt“, erklärte Dr. Lutz R. Raettig, Sprecher der Sektion Frankfurt und Vorsitzender des Aufsichtsrates der MorganStanley Bank AG. Dazu müsse die Stadt herausstellen, worin sie wirklich gut sei. „Ich bin mir sicher, dass die Kultur in Frankfurt derzeit sehr gut gefördert wird. Dies belege die Entwicklung in den vergangenen Jahren. In der Vergangenheit sei das Potential nicht immer erkannt worden“, so Raettig. Er sei sich sicher, dass Frankfurt eine kulturelle Identität brauche, damit der Ort nicht nur als „Gateway“ betrachtet werde.

Prof. Dr. Beck, ehemaliger Direktor des Städelschen Kunstinstitutes und der Städtischen Galerie, stimmte zu: „Vor zwei Jahren wurde der Kulturfonds RheinMain GmbH gegründet, der diverse Kulturprojekte ins Leben ruft und der Region sowohl zu stärkerem nationalen wie internationalen Ansehen verhelfen will. Es lässt sich sogar sagen, dass Kultur durchaus ein harter Standortfaktor ist.“ Ziel dabei sollte jedoch nicht in erster Linie sein, den Tourismus anzukurbeln.

Dr. Volker Rattemeyer, Direktor des Museums Wiesbaden, erläuterte, dass das Museum Wiesbaden verglichen mit vielen anderen in Deutschland strukturell schlechter ausgestattet sei. Ein Grund dafür sei, dass das Museum als Landesmuseum keine Unterstützung von kommunaler Seite erwarten könne. „Außerdem widmet sich die Politik dem Thema Kultur noch immer nicht ausreichend“, so der Direktor.

Dr. Hans-Peter Debling, Senior Advisor der ConActivity KG, ist der Ansicht, dass die Vermarktung der Städteregion besonders durch die Betonung des Wohlfühlfaktors vorangetrieben werden müsse. Die kirchlichen Aspekte zum Thema Kultur vertrat an diesem Abend Dr. Stefan Scholz, Dekan des Akademischen Zentrums Rabanus Maurus Frankfurt. Er setzte sich dafür ein, sich Kunst und Kunstwerken interdisziplinär zu nähern.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Vermarktung der Region unter kulturellen Aspekten besser vorangetrieben werden und ein eigenes Profil entwickelt werden müsse. Ein möglicher Weg sei der Beitritt Wiesbadens zum Kulturfonds RheinMain.
„Zwischen Aschewolke und Griechenlandkrediten“

Wirtschaftsrat Darmstadt informiert sich über deutsche Interessenvertretung in Brüssel



Unter dem Titel „Interessenvertretung von Firmen, Regionen und Ver-bänden in Brüssel“ diskutierten Mitglieder des Wirtschaftsrates, Sektion Darmstadt, in der Darmstädter Mercedes-Benz Niederlassung mit einem hochkarätig besetzten Podium aus Vertre-tern von Politik, Wirtschaft und Verbänden. Ziel war es das Thema „Euro-Lobbyismus“ in Brüssel vor dem Hintergrund aktueller Themen zu beleuchten und herauszuarbeiten, welche Möglichkei-ten der Mittelstand hat, die Politik in Europa aktiv mitzugestalten.

Die Unternehmer und Führungskräfte der Region begrüßten Hans-Erwin Martens, Verkaufsleiter PKW der Mercedes-Benz Niederlassung Darmstadt, der sein Unternehmen mit drei Standorten in Südhessen und 230 Mitarbeitern kurz vorstellte, und Marcel Riwalsky, Darmstädter Sektionsspre-cher des Wirtschaftsrates.

Die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Justiz, für Integration und Europa, Nicola Beer (FDP), will Hessens Chancen in Europa nutzen, indem sie auch Mittel aus dem mit 450 Millionen Euro dotierten EU-Strukturfonds zurück nach Hessen holt. Es gehe vor allem darum, mit einem Frühwarnsystem Initiativen der Kommission oder auch des Europäschen Gerichtshofes konstruktiv zu begleiten und nötigenfalls zu beeinflussen. Dabei versteht sie die Europaabteilung des Wiesba-dener Ministeriums und die Hessischen Landesvertretung in Brüssel als „Partner der Hessischen Wirtschaft”.

„80 Prozent aller deutschen Gesetze sind die Folge europäischer Gesetzgebungsverfahren“, sagte Markus Ring, Senior Manager Legal & Economic Policy bei der Daimler AG. „In Brüssel werden deutsche Gesetze gemacht“, bestätigte dies auch Wolfgang von Heusinger, der als Chef der Hessi-schen Landesvertretung. Da es auf europäischer Ebene keine Institution ähnlich des Bundesrates in Deutschland zur Vertretung der Interessen von Regionen gebe, sei die Lobbyarbeit in Brüssel umso wichtiger, um die Interessen der hessischen Bürger zu vertreten. „Hessen nimmt Europa ernst“, sagte von Heusinger. Eine Neinsager-Mentalität sei wenig erfolgreich. Vielmehr gehe es darum, frühzeitig den Dialog mit allen Beteiligten zu suchen. Neben dem Einbringen von Kompe-tenzen gelte es, den Schulterschluss mit anderen Regionen in EU-Staaten zu suchen wie etwa den Partnerregionen Hessens in Italien, Frankreich und Polen - Emilia Romagna, Aquitaine und Wiel-kopolska.

Diese Ansicht teilte Sebastian Dreyer Senior Manager Transport Policy von Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG: Wichtig sei es, seriöse Information an die Entscheidungsträger in europäischer Politik und Verwaltung zu vermitteln. Da die Abgeordneten auf keinen eigenen wissenschaftlichen Apparat zurückgreifen könnten wie dies in Berlin der Fall sei, habe die Lobbyarbeit als Vermittlung von Expertenwissen einen umso höheren Stellenwert. Zur Transparenz gehöre, die Herkunft der Informationen zu bewerten, so Dreyer, der in seiner Funktion bei einer Fluggesellschaft unter der isländischen Aschewolke bewegte Tage hinter sich hatte. Dies sei insofern als Lobbyarbeit zu be-trachten als jetzt in naher Zukunft Regelungen für Grenzwerte und Kontrollflüge bei derartige Naturkatastrophen ausgearbeitet würden.

Ralf Diemer, Leiter des Büros Brüssel des Verbandes der Automobilindustrie, unterstrich die Kom-petenz in der Sache, die Lobbyisten in Brüssel mitbringen müssten, vor allem die Fähigkeit zum Zuhören. Hier sei angenehm, dass es weniger Grabenkämpfe gebe – die Landschaft sei bunter, vielfältiger und nicht so sehr auf politische Lager festgelegt. Ganz offiziell könnten Lobbyisten in jedem Vorzimmer anrufen und um einen Termin bitten. Viele Vorteile von Europa seien längst alltäglich und würden gar nicht mehr wahrgenommen. So sei es ein immenser Vorteil, dass für ein neues Fahrzeug in Europa nur ein einziges Typgenehmigungsverfahren ablaufen müsse statt der früher 27 Durchgänge in den Einzelstaaten. Natürlich gehe es um knallharte Interessenpolitik, die heute in langen Nachtsitzungen durchgesetzt würden. Dies wahre Frieden in Europa.

In der Diskussion thematisierte der Sprecher der Sektion Darmstadt des Wirtschaftsrates und die Milliardenkredite für Griechenland. Patrica Lips MdB sagte, die Hilfe der anderen EU-Staaten dürfe nicht als „Belohnung“ für falsches Verhalten betrachtet werden, sondern liege im eigenen, auch deutschen Interesse.

Die Mitglieder des Wirtschaftsrates tauschten sich im Anschluss auf dem Empfang über die aktu-ellen politischen Themen in Europa aus. Dank gilt an dieser Stelle der Mercedes-Benz Niederlas-sung Darmstadt, Saturn Darmstadt sowie den Unternehmen GHV - Gemeinnützige Haftpflicht-Versicherungsanstalt und Crosspark communication incorporated GmbH.
Jahresbericht 2009
Über die Aktivitäten unseres Landesverbandes informiert Sie der Jahresbericht 2009, der Anfang Mai 2010 erschienen ist. Der Berichtsteil Hessen ist hier einsehbar.
 jahresbericht_hessen_2009.pdf
Dr. Lehr: „Die Krise ist weder eine Finanz- noch eine Wirtschaftskrise“ - Vortragsveranstaltung mit Staatssekretär Dr. Thomas Schäfer


„Ist die Krise vorbei - oder hat sie gerade erst begonnen?“ lautete der Titel der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der Sektion Offenbach/Dieburg und der Landesfachkommissionen Öffentliche Finanzen und Mittelstandsfinanzierung des Wirtschaftsrates. In den Räumlichkeiten der Volksbank Dreieich in Neu-Isenburg konnten sich die Anwesenden über die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise und die Auswirkungen in der hiesigen Region informieren. Als Referenten hatte der Wirtschaftsrat Dr. Thomas Schäfer, Staatssekretär im Hessischen Finanzministerium, und Dr. Carsten Lehr, Geschäftsführer der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH, eingeladen.

Dr. Thomas Schäfer merkte zu Beginn seines Vortrages an, dass es schwierig sei, eine Prognose für die Zukunft abzugeben. Die Wirtschaft habe sich in diesen Tagen wieder erholt, befinde sich derzeit jedoch auf einem sehr niedrigen Niveau. Hessen habe sich im laufenden Jahr um 3,3 Milliarden Euro neu verschuldet, was im Vergleich zu anderen Bundesländern noch relativ gering sei. Grund für die Verschuldung seien auch die gesunkenen Steuereinnahmen gewesen. „Es ist daher in dieser Zeit wichtig, dass die Investitionen angekurbelt werden“, sagte Schäfer.

Der Geschäftsführer der Finanzagentur, Dr. Carsten Lehr, zog einen Schuldenvergleich zwischen Hessen und dem Bund. Verglichen mit den 3,3 Milliarden Euro neuen Schulden in Hessen, habe der Bund für 2010 ein Defizit von 80 Milliarden Euro auszugleichen. Die Schulden des Bundes stiegen jährlich an und überschritten 2009 erstmals die Billionengrenze. Positiv anzumerken sei, dass die Große Koalition die Neuverschuldung bereits zurückgeführt habe, so Lehr. Er ist der Ansicht: „Ohne das Eintreten der Finanzkrise hätte die Neuverschuldung wahrscheinlich auf Null geführt werden können.“.

Der größte Teil, nämlich zwei Drittel des Haushaltsplans, ist für Zins- und Sozialausgaben verplant. 2009 habe das Parlament zudem die Schuldenbremse im Artikel 115 Grundgesetz eingeführt. „Das allein ist allerdings kein Weg aus der Staatsverschuldung“, so Lehr. Die neue Schuldenregel sei jedoch ein wesentlicher Baustein für die mittel- und langfristige Stabilisierung und verpflichte den Bund ab dem Jahr 2011 zu einer stufenweisen Rückführung seiner Neuverschuldung, um 2016 auf das im Grundgesetz vorgegebene Niveau zu gelangen.

„Was sind die Ursachen für die Krise?“, fragte Lehr. Häufig würden diese Hauptursachen angeführt: zu große Sorglosigkeit bei der Finanzierung, zu geringe Risikowahrnehmung im privaten Sektor oder zu laxe Kreditkultur. „Aber ist das wirklich so? Liegen die Ursachen nicht noch tiefer?“, fragte der Geschäftsführer. Er ist sich sicher, die Krise sei im Kern weder eine Finanz- noch eine Wirtschaftskrise, sondern die jetzige Situation, der Zusammenbruch von einigen Banken, der Einbruch der Aufträge sowie die häufig spektakulären Pleiten, zeige das Versagen veralteter Regulierungs- und Lenkungssysteme in Unternehmen und anderen Organisationen. „Ist die Krise also vorbei oder hat sie gerade erst begonnen? Seine Antwort: „Wir stecken mittendrin.“
Müller: „Wir müssen umdenken!“ -
Mr. Dax“ beim Frankfurter Unternehmerfrühstück


„Die Verschuldung sorgt letztlich für Handlungsunfähigkeit unseres Staates“, erklärt Dirk Müller, Mitglied des Wirtschaftsrates und als „Mr. Dax“ bekannt gewordener Börsenmakler. Der gelernte Bankkaufmann sprach vor rund 100 Mitgliedern und Gästen im Frankfurter Restaurant Nizza zum Thema „Börse 2010 – Märchen, Mythen, Fakten“.

„Was bewegt die Märkte?“ - mit dieser Kernfrage eröffnete Müller seinen Vortrag. Griechenland stecke in einer schlimmen Krise und auch der Euro habe die Probleme bisher nicht lösen können. Die extreme Verschuldung belaufe sich heute auf schätzungsweise 300 Millionen Euro, was einem Staatsdefizit von mehr als zwölf Prozent entspricht. Das Land ist somit praktisch pleite. „Griechenland ist eine Belastung für die Europäische Union und muss finanziell unterstützt werden“, so Müller. Der Finanzexperte merkte jedoch an, dass die Auswirkungen der griechischen Finanzmisere derzeit völlig übertrieben dargestellt würden, denn Griechenland habe insgesamt einen geringen Einfluss auf die Europäische Union.

Die deutsche Regierung empfiehlt Griechenland, Sparmaßnahmen zu ergreifen, indem beispielsweise Renten zusammengestrichen werden. Auch sollen Portugal und Spanien besser haushalten, um eine wirtschaftliche Krise abzuwenden. „Das ist aber eindeutig der falsche Weg“, erklärte Müller. In der derzeitigen Situation müsse Geld ausgeben werden, ansonsten verstärke sich die Krise.

Zu bedenken sei dabei, dass Deutschland seine Hoffnungen beim Export auf China setze. Faktisch gehen jedoch lediglich zwei Prozent des gesamten Exports dorthin. Die übrigen Produkte werden in Länder der EU exportiert. „Wer also soll die Waren kaufen, wenn diese Länder pleite sind?“, fragte Müller.

Nach Umfragen des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung fielen die Meinungen zur aktuellen Wirtschaftslage in den letzen Jahren sehr positiv aus. Der Referent gab jedoch zu bedenken, dass – entgegen der üblichen Meinung - die „Zeitungen nicht die Börsenkurse beeinflussen, sondern umgekehrt“. Daher sollte man keinesfalls nur den Zeitungen vertrauen und sich auch nicht von ihnen täuschen lassen.

Zum Thema Hartz IV ist Müller der Ansicht, dass damit derzeit nur der Frieden auf der Straße erkauft werde. Wer arbeite, müsse mehr Geld haben, als derjenige, der Transferleistungen beziehe. „An unserem System stimmt daher etwas nicht.“ Mr. Dax schlägt vor: „Vielleicht sollten wir die Firmen zur Kasse bitten, wenn sie ihre Arbeitnehmer entlassen, obwohl sie Gewinne erwirtschaften.“ Noch vor einigen Jahren hätten viele Unternehmer sich ihr eigenes Gehalt gekürzt, weil sie sich gegenüber ihren Mitarbeitern und deren Familien verpflichtet fühlten. Heute stünde jedoch niemand auf, damit beispielsweise weniger Rendite ausgeschüttet werde. „Hier müssen wir umdenken“, so Müller.

Es bleibe allerdings die Frage, wie Deutschland aus der Staatsverschuldung wieder herauskomme. „Die vom Staat geplanten Maßnahmen sehen ein ,Weginflationieren’ vor. Das ist nicht wahrscheinlich. Ich sehe eher eine Schuldenstreichung als Option.“



Unternehmerfrühstück mit Friedrich von Metzler
"Das Produkt, Vertrauen muss wieder wachsen"


Anlässlich des traditionellen Unternehmerfrühstücks der Sektion Frankfurt empfing der Wirtschaftsrat Hessen rund 100 seiner Mitglieder im Restaurant Nizza. Nach einem gemeinsamen Frühstück zum Beginn der Veranstaltung, ergriff Sektionssprecher Dr. Lutz Raettig das Wort und begrüßte den Referenten Friedrich von Metzler vom gleichnamigen Bankhaus. "Ich freue mich, dass wir mit Herrn von Metzler einen Mann der Tat in unseren Reihen begrüßen können, der zugleich auch Ehrenbürger der Stadt Frankfurt ist", so Raettig. Anschließend übergab er dem Finanzexperten das Wort und es folgte ein Vortrag zum Thema "Lehren aus der Finanzkrise".

Von Metzler betonte, dass es unbedingt von Nöten sei, aus den Fehlern der Wirtschaftskrise zu lernen und dass die Fehler, die gemacht wurden, vor allem in der "angelsächsischen Welt" zu suchen seien. Ein Kapitel der Wirtschaftsgeschichte in dem "The American way of Banking" keine Erfolgsstory darstelle, so Von Metzler. Zudem dementierte Von Metzler an dieser Stelle die allgemeine Ansicht: "Die Banken würden nach der Krise einfach weiter machen wie zuvor." Des Weiteren betonte der Ehrenbürger, dass sich schon einiges geändert habe und anderes bereits auf den Weg gebracht sei. Aussagen aus der eigenen Branche, wie "das Casino hätte lediglich einen neuen Anstrich bekommen, anstatt neu aufgebaut zu werden" oder "die Finanzkrise sei zu kurz gewesen um wirklich etwas zu ändern" seien nicht gerechtfertigt. In den Vordergrund stellt Von Metzler das "Produkt Vertrauen" müsse wieder aufgebaut werden, da es die Basis aller Finanzgeschäfte sei und "wie ein Baum viel Zeit zum Wachsen brauche, jedoch in seinem Zerfall nicht mehr aufzuhalten sei, ist er einmal beschädigt".

Im Anschluss fand noch eine von Raettig moderierte Diskussionsrunde statt, in der auch noch die letzten Fragen durch Metzler erfolgreich geklärt werden konnten.
Manager nicht allein für Krise verantwortlich
Müller: „Regelmäßig um eigene Geldanlage bemühen“
Schon seit zwei Jahren redet die Wirtschaft über eine Finanzkrise. Immer mehr Zeitungen berichten jetzt von sich stabilisierenden Finanzmärkten und Erholungstendenzen. „Doch geht es wirklich aufwärts?“ und „Ist die Finanzkrise ein Managerversagen oder doch Staatsversagen?“ Diesen und weiteren Fragen stellten sich nun die Mitglieder und weiterer Gäste der Sektion Taunus in einer Podiumsdiskussion, die zusammen mit der Stiftung „Zur Himmelspforte“ organisiert wurde.

Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Referenten erklärten Dr. Reinhard Himmelreich, Wirtschaftsprüfer der PricewaterhouseCoopers AG, und Heiko Veit, Aktienfondmanager des Bankhauses B. Metzler seel. Sohn & Co., die Ursachen für die Entstehung der Finanzkrise.

Himmelreich machte den rund 60 Teilnehmern deutlich, dass der Staat mit seiner Niedrigzinspolitik und der gescheiterten Bankenaufsicht mit zur Finanzkrise beigetragen habe. Daher sei es nicht richtig, allein die Manager für die Finanzkrise verantwortlich zu machen.

„Unser Staat hat sich aufgrund der Finanzkrise erneut stark verschuldet“, erklärte der Aktienfondmanager Heiko Veit. Abgesehen davon, werde laut Internationalem Währungsfonds ein weiterer Anstieg der Verschuldung in Deutschland erwartet. Verantwortlich dafür seien die massiven Konjunkturpakete des Staates, denn es werde immer mehr ausgegeben als eingenommen werden könne.

Nach Meinung des TV-bekannten Börsenmaklers Dirk Müller ist kein V-förmiger Konjunkturaufschwung zu erwarten. „Die leichten Erholungstendenzen sind mit Staatsgeldern und Kurzarbeit gekauft worden. Das reicht jedoch nicht für eine langfristige Schuldenbefreiung“, so Müller. Die Frage sei: „Was wird nun aus den Staatsschulden?“. Müller rechnet mit einer Neuverhandlung der Schulden. Keiner wisse genau wann diese stattfindet, doch werde es im Ergebnis so kommen. Eine Schuldenstreichung klinge unglaublich, sei jedoch auch in unserem Finanzmechanismus möglich, erklärte Müller.

Der Finanzexperte riet zur Prävention: „In Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, sich um die eigene Geldanlagen regelmäßig zu bemühen.“ Deswegen empfiehlt Müller Wandelanleihen, die regelmäßig in Aktien umgewandelt werden können.
James D. Bindenagel zu Gast beim Wirtschaftsrat Hessen
Ehemaliger Botschafter der USA besucht Landesgeschäftsstelle


Anlässlich der Teilnahme als Podiumsgast an einer Veranstaltung der Sektion Darmstadt des Wirtschaftsrates über den 20. Jahrestag der Öffnung der Prager Botschaft besuchte der
damalige stellvertretende Botschafter der USA in der DDR und jetzige Vizepräsident der
DePaul Universität in Chicago, James D. Bindenagel, die Landesgeschäftstelle des
Wirtschaftsrates Hessen in Frankfurt.

Bindenagel, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und ausgewiesener Kenner der
deutschen Politik, wollte sich über die Arbeit des Wirtschaftsrates in Hessen informieren.
Bindenagel: „Ich finde die Arbeit des Wirtschaftrates im Sinne der Optimierung der
Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft außerordentlich bedeutsam und habe
selbstverständlich gerne meinem Freund Dr. Bernhard Knaf die Zusage zu einer Teilnahme
an der Veranstaltung in Darmstadt gegeben. Ich halte es für wichtig, auch 20 Jahre nach Fall
der Mauer und den bedeutsamen Ereignissen in der deutschen Botschaft in Prag an diese
historischen Ereignisse zu erinnern und gerade den Jüngeren Hintergrundinformationen zu
liefern, die zu einem besseren Verständnis der damaligen Ereignisse führen.“
 >> A R C H I V - hier finden Sie frühere Mitteilungen des Landesverbandes Hessen