25. September 2012
Die Häfen müssen an die Schiene
Durch den Ausbau der niederländischen Häfen Zeebrügge, Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen wird sich der Güterverkehr im Rheinland bis 2030 voraussichtlich um zwei Drittel erhöhen. Köln könnte davon wirtschaftlich profitieren, denn gerade die Frachtschifffahrt birgt noch großes Potenzial. Doch die Lage am Rhein nützt der Stadt wenig, wenn die Waren nicht zu den Schiffen kommen. Es mangelt an Logistikflächen.
v.l.n.r.: Franz Xaver Corneth; Dr. Jan Zeese; Anné Schwarzkopf; Eldach-Christian Herfeldt, Sprecher der Sektion Köln (Foto: RheinCargo GmbH & Co. KG)

Die Logistikproblematik der Stadt diskutierten Kölner Unternehmer gestern direkt am Ort des Geschehens: bei einer Hafenrundfahrt mit Vertretern der RheinCargo GmbH & Co. KG und der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK). Eingeladen hatte dazu die Sektion Köln des Wirtschaftsrates der CDU und die Arbeitsgruppe „Logistikstandort, Verkehr und Immobilien“. Seit Gründung der Arbeitsgruppe vor rund einem Jahr setzt sie sich unter anderem dafür ein, die Bedingungen für Immobilienwirtschaft, Logistik und Verkehr in Köln unter aktiver Mitarbeit von Unternehmen, Politik, Verwaltung und Meinungsbildnern zu verbessern.

 

„Köln ist durch die exzellente Infrastruktur für Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen hochinteressant, aber es mangelt an ausreichenden Lager- und Umschlagsflächen, die diese Versorgung in Hochgeschwindigkeit und Nähe gewährleisten“, betonte die Leiterin der Arbeitsgruppe, Anné Schwarzkopf. „Hier müssen Verantwortliche aller Disziplinen klug handeln, um die Wirtschaftskraft in der Stadt zu halten.“ Die Häfen in Köln können jedoch nicht weiter ausgebaut werden: „Die verfügbaren Flächen sind voll ausgeschöpft“, resümierte Dr. Jan Zeese, Pressesprecher der RheinCargo GmbH & Co. KG. Wegen der umgebenden Wohnbebauung seien Erweiterungen nicht möglich. Franz Xaver Corneth, Prokurist und Bereichsleiter Immobilien / Projektentwicklung der HGK und Geschäftsführer der RVG Rheinauhafen Verwaltungsgesellschaft mbH, verwies in diesem Zusammenhang auf den Godorfer Hafen: „Das ist die letzte verfügbare Ausbaufläche der Kölner Häfen und das Planungsverfahren läuft bereits seit sehr vielen Jahren. Das zeigt, dass Stadtentwicklung weit in die Zukunft denken und planen muss“, so Corneth.

 

Aus Sicht der HGK liegt die Lösung für die Zukunft mit ihrem erhöhten Warenumschlagsvolumen in der Verknüpfung von Schiff, Bahn und Lkw. Logistikflächen in der Region müssten über einen Ausbau des Schienennetzes besser mit den Häfen verbunden werden, erklärte Zeese. Diesen Weg geht die jüngst gegründete RheinCargo GmbH & Co. KG, die ein komplettes Transportnetz im Großraum Köln-Düsseldorf aus einer Hand anbietet.