Energiepolitik

Energie muss bezahlbar bleiben und jederzeit sicher fließen können. Damit wir auch in Zukunft weltweit an der Spitze der Wirtschaftsnationen stehen, muss die dritte Energiewende innerhalb von nur elf Jahren gelingen. Für das Industrieland Deutschland – aber auch für die Bürger – gibt es nichts Schlimmeres als neue Planungsunsicherheit.
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Wir brauchen jetzt einen verlässlichen und wirtschaftlich tragfähigen Energiekonsens, sonst laufen wir Gefahr, dass sich Deutschland beim Aufbruch ins neue Energiezeitalter selbst deindustriealisiert. Die Bundesregierung allein kann die dritte Energiewende nicht stemmen und benötigt die Unterstützung der Gesellschaft.

 

Notwendig ist ein gemeinsamer Kraftakt von Bund, Ländern, Kommunen, Unternehmen und allen Bürgern unseres Landes. Damit erneuerbare Energien die Kernenergie schneller als bisher ersetzen können, ist es dringend notwendig, die Transport- und Verteilnetze auszubauen und parallel den Neubau und die Weiterentwicklung von Speicherkapazitäten voranzutreiben. Um die Politik hierbei konstruktiv aber auch kritisch zu begleiten, hat die Bundesfachkommission Energiepolitik des Wirtschaftsrates eigens eine Bundesarbeitsgruppe Energieinfrastruktur eingerichtet.

 

Bis die erneuerbaren Energien wettbewerbs- und grundlastfähigen Strom liefern können, muss die Modernisierung und der Ausbau von hocheffizienten Gas- und Kohlekraftwerken vorangetrieben werden. Der Ölverbrauch wird weiter sinken, allerdings sind wir im Bereich Mobilität und der Industrie auch weiterhin auf Erdöl angewiesen. Für eine zukunftsfähige Energieversorgung müssen energiepolitische Entscheidungen auch weiterhin ausgewogen zwischen Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Bezahlbarkeit getroffen werden.

 

Die Kernforderungen des Wirtschaftsrates:

  • Staatlichen Belastungen beim Strompreis deutlich senken!
    Bereits heute summieren sich die Stromkosten eines Drei-Personen-Haushaltes voraussichtlich auf rund 878 Euro pro Jahr. Davon sind 400 Euro staatlich bedingte Sonderlasten. Insgesamt sind die absoluten Abgaben an den Staat am Strompreis zwischen 1998 und 2011 um über 800 % angestiegen. Diese Preisspirale muss endlich gestoppt und die Belastungen gesenkt werden, um weitere Wettbewerbsnachteile für unsere Unternehmen und die enorme Belastung für die Verbraucher einzudämmen.

 

  • Schnelle Marktanpassung der Erneuerbaren Energien!
    Die Überförderung der erneuerbaren Energien trägt nicht zur Stärkung der Branche bei, sondern schadet langfristig. Ziel muss es sein die Förderung konsequent an der Kosteneffizienz einzelner Erzeugungsarten auszurichten, um die Belastungen für Verbraucher zu begrenzen und das Innovationspotential der erneuerbaren Energien wiederzubeleben. Um erneuerbare Energien zukunftsfest zu machen und Wettbewerbsverzerrungen im EU-Binnenmarkt zu verhindern, müssen diese zügig an den Markt geführt und Fördermechanismen EU-weit angeglichen werden.

 

  • Mehr Akzeptanz und Tempo für leistungsfähige Energieinfrastrukturen!
    Damit Strom aus erneuerbaren Energien auch beim Verbraucher ankommt, müssen gesellschaftliche Blockaden und Investitionsbremsen beim Netzausbau gelöst werden. Notwendig sind runde Tische auf regionaler Ebene, um Gesellschaft und Politik vor Ort von der Notwendigkeit des Netzausbaus zu überzeugen. Um Engpässe bei Netzen zu beseitigen, müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren beim Übertragungsnetzausbau vereinheitlicht, von Länder- auf Bundesebene übertragen und die Bewilligung mit fünf Jahren befristet werden. Stromspeicher müssen von Netznutzungsentgelten befreit werden.
WR-TV Dokumentation

Weitere Informationen sowie ausgewählte Presseveröffentlichungen zur 12. Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik finden Sie hier.

Zum "10-Punkte-Plan für eine erfolgreiche Energiewende".

Wirtschaftsrat Deutschland: Die Stimme der Sozialen Marktwirtschaft
Vorsitzender der Bundesfachkommission
Dr. Johannes Lambertz
Dr. Johannes Lambertz
Mitglied des Aufsichtsrates
SAG Gruppe
Langen
Mitglied im Präsidium

„Angesichts der gigantischen Herausforderungen bei der Umsetzung der energie- und umweltpolitischen Ziele müssen Effizienz und Wirtschaftlichkeit stärker als bislang im Mittelpunkt stehen. Wir brauchen einen Umbau und nicht den Abbau unseres Industriestandortes.“

Kontakt
Björn Spiegel
Bereichsleiter Industrie und Energiepolitik

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