16. Februar 2017
LFK Familienunternehmen & Mittelstand
Krisenprävention in der Unternehmensnachfolge
Die Landesfachkommission Familienunternehmen & Mittelstand lud führende Experten zum Thema Generationenübergang in Mittelstandsbetrieben ein und diskutierte mögliche Lösungsansätze.

Dr. Klaus Buchholz und Peggy Huke, Geschäftsführende Gesellschafter S+V GmbH, gaben den Teilnehmern einen Einblick in die grundlegenden Problematik beim Generationenwechsel in mittelständischen Unternehmen. „Das Thema Unternehmensnachfolge wird von vielen Unternehmern immer noch unterschätzt und oft zu spät angegangen“, mahnt Dr. Buchholz eingehend. Dabei sollte ein mittelständischer Unternehmer generell drei bis fünf Jahre für den Nachfolgeprozess einplanen. „Den richtigen Zeitpunkt für die Nachfolge nicht zu verpassen, ist dabei entscheidend“, so Buchholz weiter. So seien beispielsweise inhabergeführte Unternehmen oft das Spiegelbild ihres Inhabers und unterliegen somit einer Lebenskurve. „Die Kernpunkte erfolgreicher Nachfolge sind nicht nur die Sicherung des Unternehmensbestands und des Vermögen, sondern auch die personelle und familiäre Zufriedenheit,“, so Huke weiter. Grundlegende Fragestellungen seien jedoch schon vor der Übergabe zu klären. So muss sichergestellt werden, dass das Unternehmen, beziehungsweise das Geschäftsmodell, überhaupt zukunftsfähig ist. „Grundlegend ist zu beachten, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, auch wenn sich viele Unternehmen einen familiären Nachfolger wünschen, so ist die fachliche Eignung des Nachfolgers eines der wichtigsten Kriterien, die zu beachten sind“, erläutert Huke.

 

Die Frage der Nachfolge beeinflusse nicht nur die Unternehmen, sondern auch den familiären Zusammenhalt. „Wenn die Familie nicht geschlossen entscheiden kann, dann ist das Unternehmen früher oder später kein Familienunternehmen mehr“, so Dr. Dominik von Aue, Geschäftsführer INTES Akademie für Familienunternehmen GmbH.

Die Inhaberstruktur muss geregelt werden. „Viele Unternehmern fällt es schwer loszulassen, andere zerfleischen sich selbst und scheitern an Streitigkeiten, wiederum andere scheitern an nicht ausreichend vorbereiteten Nachfolgern“, mahnt Dr. von Aue. Die Dynamiken in der Familie seien umso stärker wenn es um Geld, Macht und Liebe ginge. „Streit ist der größte Werte-Vernichter von Familienunternehmen“, so Dr. von Aue weiter. Eine Antwort auf diese Herausforderungen sei die Erarbeitung einer individuellen Inhaberstrategie. Ein strukturierter inhaberstrategischer Prozess kann die Zukunft des Familienunternehmens und der Unternehmerfamilie sichern. „Arbeiten Sie daran, dass sie eine Familie bleiben und nicht in Stämmen denken“, appellierte der Unternehmer eindringlich. Alle Inhaber müssten ein gemeinsames Verständnis für die Eckpfeiler des Unternehmens haben.

 

„In manchen Fällen ist der Verkauf des Unternehmens die beste Möglichkeit“, erklärt Georg von Mangold, Mitglied der Zentralen Geschäftsleitung Marsh GmbH. Entscheidet sich ein Unternehmer für den Verkauf so seien M&A-Versicherungen ein Beitrag zur Absicherung dieser Nachfolgelösungen für alle Beteiligten. Generell sind zwei verschiedene Fälle der Transaktionsrisiken zu unterscheiden: Warranty und Identity Versicherung, welche unbekannte und nicht vorhersehbare Risiken abdeckt, sowie Special Situation Versicherungen, welche bekannte Risiken wie beispielsweise Steuern, Umwelt, Litigation oder Buyout abdeckt. Dabei ermöglicht eine M&A-Versicherung dem Verkäufer nicht nur einen Clean Exit, sondern minimiert gleichzeitig die Auswirkungen möglicher Haftrisiken und vermeidet Escrows. „Das Abschließen einer M&A-Versicherung kann die Attraktivität eines Angebots beim Auktionsverlauf steigern“, so von Mangold. Gleichzeitig steht dem Käufer jederzeit ein greifbarer solventer Schuldner zur Verfügung, sodass eine schnelle Schadensregulierung ohne langen Prozess stattfinden kann. „Der Trend für M&A-Versicherungen in Deutschland ist in den letzten Jahren stark gestiegen“, sagte von Mangold abschließend.

Kontakt
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Landesgeschäftsführer
Wirtschaftsrat der CDU e.V. - Landesverband Hessen
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