03. Juni 2013
Start-up Hotspot Adlershof
Podiumsdiskussion
Rund 60 Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates folgten der Einladung zur Podiumsdiskussion „Start-up Hotspot Adlershof“.
v.l.n.r.: Dr. Jens Hanke, Gründer und Geschäftsführer Graforce Hydro GmbH; Dr. Alexander Kulesza, Gründer und Geschäftsführer CreativeQuantum GmbH; Mareike Lechner, Mitglied im Landesvorstand Wirtschaftsrat Berlin-Brandenburg; Hardy Rudolf Schmitz, Geschäftsführer WISTA-MANAGEMENT GmbH; Roland Sillmann, Geschäftsführer Innovations-Zentrum Berlin Management GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Nach der Begrüßung durch Rolf Lechner, Vorstand des auch in Adlershof tätigen Berliner Immobilien-Projektentwicklers immobilien-experten-ag. und bis Februar 2013 zwölf Jahre Mitglied im Landesvorstand Berlin-Brandenburg, moderierte Mareike Lechner, Prokuristin der immobilien-experten-ag. und Mitglied im Landesvorstand, die Podiumsdiskussion.

 

Die Diskussionsteilnehmer beleuchteten – auf Basis eigener und beobachteter Erfahrung – die  Einflussfaktoren für den wirtschaftlichen Durchbruch von Start-ups und das „Erfolgsgeheimnis“ des Standortes Adlershof, der mit elf außeruniversitären Forschungseinrichtungen, den sechs naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt Universität mit fast 8.500 Studierenden und rund 950 Firmen mit knapp 15.000 Mitarbeitern einer der modernsten Wirtschafts- und Technologieparks Deutschlands ist.

Während die Standorte Friedrichshain und Mitte vermehrt Web- und Softwareentwickler anziehen, ist Adlershof der „Hotspot“ für Start-ups aus dem technologisch-wissenschaftlichen Bereich. Hier können sie auf eine hervorragende Infrastruktur und ein starkes Netzwerk an technologieorientierten Unternehmen und Einrichtungen zurückgreifen.

 

Zusätzlich zur Gründungsidee – einem neuen Produkt, einem zukunftsweisenden Verfahren oder einer innovativen Technologie – sind für die Start-up-Unternehmer eine gesicherte und insbesondere in der Wachstumsphase bei Bedarf rasch verfügbare Finanzierung, geeignete Mietflächen und eine sich gegenseitig fördernde Nachbarschaft („Machbarschaft“) erfolgsrelevant. Darüber hinaus ist kompetentes Fachpersonal ein wesentlicher Erfolgsfaktor, dessen Sicherstellung aufgrund der Nähe zu den naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt Universität und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort Adlershof gewährleistet ist, wie alle Diskutanten bestätigten.

 

Kritisch wurden die mangelnden steuerlichen Anreize des Staates für Start-up-Investitionen von privaten Investoren, etwa der sogennante Business Angels, gesehen. Der neu eingeführte „Investitionszuschuss Wagniskapital“ der Bundesregierung kann daher nur als erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden. Mit Blick auf die Bundestagswahl wünschten sich die Teilnehmer neben einer stärkeren Förderung von Investitionen in Start-up-Unternehmen, vor allem den Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Forschung, mehr Weitsicht bei der Entwicklung von neuen Technologien und einen erhöhten Schutz kleiner Unternehmungen.

Im Anschluss an die Diskussion hatten die Mitglieder und Gäste des Wirtschaftsrates die Gelegenheit, bei einer Sonderführung den Elektronenspeicherring BESSY II zu besichtigen.