27. September 2013
Zur Veröffentlichung des fünften Sachstandsberichts des Weltklimarates, dem International Panel on Climate Change (IPCC) erklärt der Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Wolfgang Steiger:
Klimabewertung des UN-Klimarats ist irreführend

„Das ewige Hin und Her im obersten Gremium der Klimabewertung ist wenig hilfreich und hinterlässt Schaden an der Glaubwürdigkeit des Berichts. Auf Grundlage der IPCC-Ergebnisse wurden in der Vergangenheit fundamentale politische Entscheidungen getroffen: Energiewende, Energieeffizienz, energetische Gebäudesanierung, Emissionshandel. Gestern hieß es noch, alle Klimamodelle hätten versagt, es gäbe keine plausiblen Erklärungen, warum sich das Klima langsamer erwärme als erwartet. Heute erklärt die Präsidentin des Klimagipfels, Connie Hedegaard, das Klima ändere sich doch schneller und stärker als jemals zuvor. Da kann man nur noch staunen, auf welcher Grundlage wir so gravierende Entscheidungen zur Energiewende oder zu europäischen Klimazielen treffen“, so Steiger.

Obwohl offensichtlich ist, dass Aktionismus und Alarmismus in der Klimapolitik ausgedient haben, versucht der IPCC die Deutungshoheit auf aberwitzige Weise zurück zu erobern. Doch beim Klimawandel geht es nicht um Deutungshoheit von Zahlen, es geht vor allem um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes: Die volkswirtschaftlichen Folgekosten der Klimapolitik in Deutschland liegen für die nächsten 50 Jahre bei einer Größenordnung von bis zu 800 Milliarden Euro. Mehrheitlich wird die deutsche Wirtschaft diese Kosten zu tragen haben.

Der jüngste IPCC-Bericht, der die Verlangsamung des Klimawandels deutlich macht, eröffnet der internationalen Staatengemeinschaft nun die Chance, die Klimapolitik neu zu justieren. Die Ergebnisse müssen genau geprüft und Schnellschüsse verhindert werden. „Vielmehr brauchen wir eine rechtlich verbindliche Verabredung in der Welt, bei der wir die Lasten des Klimaschutzes gemeinsam zwischen Industrie, Schwellen- und Entwicklungsländer fair verteilen. Wenn nur eine Hand voll Staaten mitmacht, gibt es am Ende nur Verlierer“, mahnt Steiger.

Der Wirtschaftsrat fordert dringend, einem internationalen Ansatz den Weg zu bereiten. Einen europäischen oder gar deutschen Alleingang in der Klimapolitik wird die deutsche Industrie nicht mitgehen. Die Folge wären erhebliche Wettbewerbsnachteile gegenüber jenen Unternehmen, die nicht den strengen Klimaschutzzielen Europas verpflichtet sind, weil sie etwa in den USA, China oder Indien produzieren. Arbeitsplätze und Wohlstand sind durch unbegründeten Aktionismus und Alarmismus, wie ihn Frau Hedegaard betreibt, schon heute akut in Gefahr.

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