26. Januar 2017
Voraussetzungen für starken Finanzsektor in Europa schaffen
Werner M. Bahlsen: ‚Viel hilft viel‘ kann nicht die Losung sein

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. fordert, die Voraussetzungen für einen starken und leistungsfähigen Finanzsektor in Europa zu schaffen. „Die Finanzkrise hat eine umfangreiche Neuregulierung notwendig gemacht. Schnelligkeit, Ausmaß und Komplexität sind jedoch kein Garant für gute Qualität und langfristig positive Ergebnisse. Der alte Medizinergrundsatz ‚viel hilft viel‘ kann nicht die Losung sein. Wir müssen auch die Leistungsfähigkeit des Finanzsektors und die Regulierung als Ganzes betrachten. Hier sorgen wir uns als Wirtschaft“, erklärte Werner M. Bahlsen, Präsident des Wirtschaftsrates, anlässlich der Finanzmarktklausurtagung des Verbandes heute in Berlin.

Der Wirtschaftsrat sieht die zahlreichen Ebenen - national, europäisch, global - bei Regulierung und Aufsicht als Problem. Durch die zusätzlichen Rechtsetzer etwa die Europäische Zentralbank EZB, die Europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA, ESMA und die Abwicklungsbehörde SRB sowie die parallel laufende Gesetzgebungsarbeit, ist mitunter der Blick dafür verloren gegangen, wie gut einzelne Maßnahmen zusammenwirken. „Ohne zu übertreiben, können wir sagen, die Folgen der Finanzkrise haben eine Zäsur im Banken- und Versicherungssektor eingeleitet. Umfangreiche Regulierungen und die Niedrigzinspolitik der Notenbanken verändern nicht nur die Rklauentabilität einzelner Geschäftsfelder, sondern sie stellen die Tragfähigkeit ganzer Geschäftsmodelle infrage“, sagt Werner M. Bahlsen.

„Nicht zuletzt hat die Wirtschaft ein vitales Interesse daran, dass Banken und Versicherungen diese fordernden Zeiten erfolgreich meistern“, betonte Werner M. Bahlsen. „Unternehmer haben hohe Erwartungen an die Finanzwirtschaft. Deutschland ist, wie kaum ein anderes Land, in die internationale Arbeitsteilung eingebunden und erwirtschaftet seine Wertschöpfung vor allem im globalen Innovations- und Standortwettbewerb. Zur Sicherung der Investitions-, Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen ist eine reibungslose Finanzierung essenziell. Dafür brauchen wir starke, stabile und wettbewerbsfähige Banken, die uns auf den Weltmärkten begleiten und zugleich stark im Heimatmarkt sind. Aber wir brauchen auch verantwortungsvolle Banken. Dazu muss verlorengegangenes Vertrauen zwischen Wirtschaft, Politik und Bürgern wieder aufgebaut werden“, erklärt Werner M. Bahlsen, Präsident des Wirtschaftsrates. „Den Kompass dafür bildet die Soziale Marktwirtschaft. Das bedeutet vor allem, Handlung und Haftung wieder in Einklang zu bringen. Dies ist und bleibt Grundlage zukünftigen Handelns.“

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