27. August 2015
800 Jahre Karlsschrein
Wirtschaftsrat Aachen im Gespräch mit Dompropst Manfred von Holtum
v.l.n.r. Herbert Prömper, Manfred von Holtum, Dr. Hans-Dieter Jostarndt (Foto: Wirtschaftsrat)

Karl der Große spielt im Selbstverständnis der Aachener bis heute eine entscheidende Rolle. Nicht ohne lokalpatriotischen Stolz bezeichnete Dr. Hans-Dieter Jostarndt, Sprecher der Sektion Aachen des Wirtschaftsrates der CDU e.V., den karolingischen Herrscher über das Reich der Franken als Aachener Identifikationsfigur. Karl der Große machte Aachen zu seinem Hauptsitz und somit zu einem herausragenden Zentrum christlichen Denkens sowie großer weltlich-politischer Machtfülle. Sektionssprecher Dr. Jostarndt freute sich, den Aachener Dompropst, Manfred von Holtum, zu einem Vortrag über das Wirken Karls des Großen willkommen zu heißen.


2015 stünde ganz im Zeichen des 800-jährigen Jubiläums des Karlsschreins. In seinem Vortrag hob von Holtum zwei Persönlichkeitsmerkmale des fränkischen Kaisers hervor: den Machtmenschen, der sein Reich im europäischen Raum mit Gewalt und militärischen Mitteln ausdehnte und den Reformer, der eine effektive Verwaltung und tiefgreifende Bildungsreformen ins Leben rief. 


Ob Karl der Große der Gründervater Europas sei, das könne er nicht beantworten, sagte von Holtum. Darüber würden sich die Historiker heute noch streiten. Fest stehe jedoch, dass der karolingische Herrscher durch die Weiterführung des römisch-christlichen Erbes einen wichtigen Grundstein zur heutigen europäischen Kultur gelegt habe.