11. Mai 2016
Wirtschaft trifft Botschaft
"Die bilaterale Zusammenarbeit mit Deutschland reicht nicht aus"
Frankreich im Wandel
Jean-Claude Tribolet, Gesandter der Französischen Botschaft in Berlin und Anne-Laure de Coincy, Gesandte für Wirtschaftsangelegenheiten zu den Reformen in Frankreich und Perspektiven der deutsch-französischen Wirtschaftspartnerschaft.
Foto: Wirtschaftsrat

„Die bilaterale Zusammenarbeit mit Deutschland reicht nicht aus“, eröffnete Jean-Claude Tribolet die Veranstaltung in der französischen Botschaft. Trotz guter bestehender Kooperationen auf europäischer und internationaler Ebene und einer gemeinsamen Verantwortung für Europa und die Eurozone, könnten beide Länder noch mehr voneinander lernen und profitieren und somit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der politischen Lage und zur Stärkung des Wachstums und der Investitionen in Europa leisten.


Anne-Laure de Coincy führte anschließend aus, dass Frankreich als Antwort auf die Finanz - und Wirtschaftskrise, seit 2012 auf ein sehr anspruchsvolles Reformprogramm zur Gesundung der öffentlichen Finanzen, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Steigerung der Innovationsfähigkeit setze. Die Regierung forciere dabei die Erweiterung und Durchsetzung der Arbeitsmarktreformen mit dem Ziel, eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und eine Mobilisierung der Arbeitskräfte zu erreichen, um dadurch Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Erste Ergebnisse dieser  Reformen im Beschäftigungs- und Rentensystem seien bereits deutlich sichtbar.


Dabei zähle vor allem die digitale Wirtschaft zu den wichtigsten und innovativsten Wachstumsbranchen, erklärte Simon Ulmer, Botschaftsrat für Wirtschaft der Französischen Botschaft. Frankreich sei ein „boomendes Startup-Ökosystem“ – nicht zuletzt wegen sehr vorteilhafter Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung, u.a. dank einer 30- prozentigen Steuergutschrift auf F&E Ausgaben. Auch im Bereich der digitalen Wirtschaft habe sich die bilaterale Kooperation beider Länder, insbesondere im Rahmen der Cyber-Security und der Datensicherheit, verstärkt. Frankreich und Deutschland setzten sich für eine gemeinsame Plattformregulierung auf europäischer Ebene, für eine neue Standardisierung der BIG DATA und für eine gemeinsame Arbeitsorganisation der digitalen Wirtschaft ein.


Aber nicht nur im Bereich der Digitalwirtschaft gebe es bereits starke Synergien, betonte Didier Boulogne, Geschäftsführer von Business France in Deutschland. Frankreich sei ein sehr attraktiver Markt für deutsche Investitionen. Deutschland nehme als Frankreichs wichtigster Handelspartner in Europa, mit 141 realisierten Investitionsprojekten in 2015 das zweite Jahr in Folge Rang zwei hinter den USA ein. Die wichtigsten Wirtschaftszweige deutscher Investitionen seien dabei die Automobilindustrie, Transport & Logistik und die Energiewirtschaft

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