12. Juli 2017
EU-Beziehungen mit China
Jour Fixe des Wirtschaftsrates Brüssel mit Jens Gieseke, MdEP
„Vor wenigen Wochen hat das 19. bilaterale Gipfeltreffen zwischen der EU und China in Brüssel stattgefunden.“, begrüßte der Landesvorsitzende Christof-S. Klitz die Mitglieder des Wirtschaftsrates Brüssel und Herrn Jens Gieseke, MdEP.
Jens Gieseke MdEP (Mitte) diskutiert mit den Mitgliedern (Foto: Wirtschaftsrat)

„Die ökonomische Bedeutung Chinas ist enorm. Die EU Exporte nach China belaufen sich derzeit auf über 170 Milliarden Euro jährlich, umgekehrt betragen die Importe aus China in die EU 350 Milliarden Euro“, erläuterte Jens Gieseke. Er ergänzte: „Jedes dritte Auto wird heutzutage in China verkauft. 630 Millionen Chinesen nutzen bereits Social Media." Solche Beispiele zeigten, dass China hinsichtlich seines Fortschritts ein absolut ernst zu nehmender Konkurrent geworden ist. Dabei versuche das zentral gesteuerte China mit Quoten und industriepolitischen Prioritäten (z.B. im Bereich Elektromobilität),  strategischen Übernahmen (z.B. KUKA) sowie bilateralen Handelsabkommen oder auch über Entwicklungshilfeprojekte (z.B. in Afrika) sich sowohl Marktanteile, landwirtschaftliche Flächen als auch Bodenschätze zu sichern. Das aktuell imposanteste Vorhaben sei hierbei das Projekt der ‚Neuen Seidenstraße‘. Hiermit will Peking ein Handelsnetzwerk zwischen Asien und Europa spannen, den Anrainerstaaten würden Investitionen und gemeinsame Entwicklung versprochen, aber natürlich wolle China auch seinen Einfluss ausbauen. Vor diesem Hintergrund könne man die Frage stellen, ob Europa diesen Projekten etwas entgegen zu setzen habe.


Darüber hinaus fordere China von der EU endlich den Status einer Marktwirtschaft zuerkannt zu bekommen, die EU dagegen fordere von China einen umfassenden Investitionsschutz, den Abbau von Investitionshürden und die Anerkennung des Reziprozität-Prinzips. Vor diesem Hintergrund betonte Jens Gieseke die Bedeutung einer gemeinsamen handelspolitischen Strategie der EU gegenüber China.

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