11. Juli 2016
Pioniergeist oder Fortschrittsverweigerer: Wie technologieoffen ist Deutschland?
Die Digitalisierung verändert nicht nur bisherige Businessmodelle grundlegend, sondern stellt auch große Teile der Regulierung in Frage. Für die Politik heißt das vor allem: Nicht mit detaillierten Normen klotzen, sondern mit einem Regulierungsrahmen, der Unternehmern Freiräume lässt.
Podium V: Pioniergeist oder Fortschrittsverweigerer: Wie technologieoffen ist Deutschlnand?

„Disruptive Veränderungen der Wirtschaft müssen Unternehmen und Bürger in Deutschland künftig eher als Chance sehen, statt ihnen reflexartig mit Angst zu begegnen. Das erfordert Mut, den wir aber brauchen, um uns an der Spitze der Industrienationen zu behaupten. Mein Wunsch ist, dass wir in fünf Jahren nicht mehr von German Angst sprechen, sondern von German Pioneers.“

 

Diesem Statement von Max Müller, Chief Strategy Officer von DocMorris, stimmten die übrigen Podiumsteilnehmer uneingeschränkt zu: Dr. Alexander Bode, Bundesvorsitzender des Jungen Wirtschaftrates; Dr. Christoph Löwer, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Vorstands, Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V.; Fabien Nestmann, General Manager, Uber Germany; Dr. Andreas Spengel, Mitglied der Geschäftsleitung, Mastercard Deutschland; Georg Stecker, Sprecher des Vorstandes, Deutsche Automatenwirtschaft e.V.; Christian Struwe, Policy Lead Europe, DJI Innovations.

 

Die Diskutanten waren sich einig, dass gerade die Digitalisierung nicht nur die bisherigen Businessmodelle grundsätzlich verändere, sondern auch große Teile der bestehenden Regulierung infrage stelle, da diese oftmals nicht zu den neuen Technologien passe. Je schneller und grundlegender sich die Geschäftsmodelle veränderten, desto schwieriger sei es, angesichts viel zu langwieriger Gesetzgebungsverfahren einen passenden Regulierungsrahmen zu setzen. Umso wichtiger sei es, dass die Normen nicht zu sehr ins Detail gingen, sondern sich darauf konzentrierten, Leitplanken zu setzen.

 

Die Forderung an die Politik für einen geeigneten Regulierungsrahmen formulierten die Podiumsteilnehmer klar: Solange keine Gefahren für die Bürger bestehen, sollen die Unternehmen den Raum haben, etwas Neues auszuprobieren. So entstehen Innovationen und die Arbeitsplätze von Morgen.