21. Mai 2012
„Haushaltskonsolidierung muss oberste Priorität haben“
Bundesgeschäftsführer Dr. Rainer Gerding spricht zu Mitgliedern in Coesfeld
Klare und deutliche Worte fand der Gast aus Berlin. Dies kam bei den Unternehmern der Sektion Coesfeld des Wirtschaftsrates gut an. „Der Wirtschaftsrat gehört zum Club der deutlichen Aussprache“, stellte der Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates Deutschland, Dr. Rainer Gerding, einleitend fest, um sich dann intensiv mit der Schuldenpolitik in Deutschland und Europa auseinanderzusetzen.
v.l.n.r.: Dr. Rainer Gerding; Josef Kirchbeck, Direktor und Generalbevollmächtigter der Herzog von Croÿ'schen Verwaltung (Foto: Wirtschaftsrat)

Ob in Nordrhein-Westfalen oder auch auf Bundesebene, überall seien dank einer exzellenten Konjunktur die Steuereinnahmen auf Rekordniveau. Dennoch würden weiterhin neue Schulden aufgenommen. Es sei dringend geboten, so Dr. Gerding weiter, Eckpunkte für eine zukunftsfähige Stabilitätskultur in Deutschland und Europa zu erarbeiten. „Dabei muss die Haushaltskonsolidierung oberste Priorität haben. Dies gilt selbstverständlich insbesondere auch für die Bundesländer. Daher ist eine Schuldenbremse in der Länderverfassung von Nordrhein-Westfalen wichtig.“

 

Europa brauche einen Paradigmenwechsel. Viel zu lange haben die Versprechungen für neue soziale Wohltaten auf immer höheren staatlichen Neuverschuldungen beruht. Dauerhaft ließe sich sozialer Zusammenhalt nicht durch neue Schulden sichern. Die europäische Schuldenkrise decke die massive Schwäche im Gefüge der EU schonungslos auf. Der Euro drohe vom Integrationsprojekt zum Spaltpilz zu werden.

 

In dieser dramatischen Situation seien Wirtschaft und Politik gefordert, von Europa nicht nur als Baustelle zu sprechen. Sie müssten dem europäischen Projekt wieder Herz und Seele geben. „Frieden, Freiheit und Wohlstand müssen immer wieder neu erkämpft werden. Nur mit einer geeinten europäischen Stimme werden wir Einfluss auf die globalen Weichenstellungen haben und eine gewichtige Rolle in der Welt spielen können“, mit diesem Appell schloss der Bundesgeschäftsführer seine Ausführungen.