10. Oktober 2016
Innovationsforum: Nicht über Industrie 4.0 sprechen, sondern machen!
"Die Generation R wächst heran, und sie wird mit Robotern so arbeiten wie wir mit dem Smartphone“, prophezeite Dr. Till Reuter, Vorstandsvorsitzender der KUKA AG. Wie Forschung und Innovation unser Leben verändern war Thema auf dem dritten Innovationsforum des Wirtschaftsrates.
Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Dr. Till Reuter, Roland Zelles (v.l.n.r.)

Für mehr Investitionen in Bildung und Forschung und entschlossenes unternehmerisches Handeln sprach sich der Vorstandsvorsitzende der KUKA AG, Dr. Till Reuter, auf dem dritten Innovationsforum des Wirtschaftsrates aus, zu dem mehr als 60 Unternehmensvorstände von Hidden Champions sowie zahlreiche Abgeordnete des Deutschen Bundestages gekommen waren. Gemeinsam mit Roland Zelles, Vice President EMEA Territory von Autodesk, wurde über die Frage diskutiert, wie Forschung und Innovationen unser Leben verändern.

„Die digitale Transformation kann nur mit mehr unternehmerischen Mut und höheren Investition in Forschung und Entwicklung (F&E) gelingen“, erklärte der Vorsitzende des Innovationsforums, Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PWC zum Auftakt der Veranstaltung. „Nur dann entsteht aus einer Idee auch eine anwendbare Innovation. Die Kultur der vorsichtigen Schritte ist ein Hemmschuh für unseren Mittelstand und die Industrie“.

 

 

F&E-Investitionen: Bund, Länder und Unternehmen gemeinsam gefordert


Matthias Graf von Kielmansegg, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wies darauf hin, dass sich die Investitionen des Bundes in Forschung und Entwicklung von 2,9 Prozent des BIP bereits heute im internationalen Spitzenfeld bewegen. Gleichwohl sei Deutschlands Anspruch, „über die in der Lissabon-Strategie verabschiedete Marke von 3 Prozent des BIP hinaus zu gehen und in der kommenden Legislaturperiode weitere Investitionsanreize zu setzen“. Reuter und Zelles begrüßten dies und betonten, dass Bund, Länder und Unternehmen gemeinsam gefordert sind, mehr Geld in Forschung und Entwicklung zu stecken. Autodesk wolle hier mit gutem Beispiel voran gehen und investiere 750 Millionen Dollar jährlich, rund 29 Prozent, des Unternehmensumsatzes in Forschung und Entwicklung.

 

 

Erfolgsformel: Mit Mut schneller von der Idee zum Produkt


Die Vision von Autodesk sei es, so Zelles weiter, mit der vom Unternehmen entwickelten Software Menschen in die Lage zu versetzen, ihre Ideen umzusetzen und somit die Welt besser zu machen. „Ambitioniert“, nannte Zelles diese Vision. Zumindest zum Teil ist sie heute schon Realität. Autodesk ist Weltmarktführer für 2D- und 3D-Design und hat auf der Hannover Messe Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama das Wettkampfmodell einer innovativen Prothese präsentiert. Diese wurde mittels Scan-Verfahren, Computersimulation und 3D-Druck hergestellt und zeigt, welches Potenzial moderne Design- und Produktionsmethoden in der Medizintechnik haben.

 

KUKA-Chef Reuter hob noch einmal die Konkurrenzfähigkeit seines Unternehmens als besonders wichtig hervor: „Wir sehen, dass der Wettbewerb speziell in unserem Segment sehr stark ist und wir kontinuierlich daran arbeiten müssen, unsere gewonnene Stärke zu verteidigen.“

 

Im Hinblick auf die Übernahme von KUKA durch einen chinesischen Wettbewerber schadet der Vorstoß von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Unternehmen vor sogenannten unerwünschten Übernahmen gesetzlich zu schützen, der deutschen Exportwirtschaft. Denn aus Sicht des Wirtschaftsrates folgen daraus fast immer protektionistische Gegenmaßnahmen. „Statt deutsche Unternehmen generell per Gesetz gegen ausländische Investoren abschirmen zu wollen, sollte sich der Bundeswirtschaftsminister mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Märkte für deutsche Investoren ebenfalls offen sind. Wir brauchen einen fairen Wettbewerb gegenüber ausländischen Handelspartnern mit gleichen Investitionsbedingungen“, forderte der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, erst kürzlich.

 

 

Mit Tempo zur Gigabit-Gesellschaft


In den nächsten Jahren müsse ein flächendeckendes Gigabit-Netz in Deutschland ausgerollt werden, damit moderne, innovative IT-Anwendungen überhaupt möglich werden, mahnte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates, in seinem Fazit. Zugleich kritisierte Steiger, Deutschland falle im internationalen Vergleich zurück. So sei die Geschwindigkeit der Digitalisierung in Südkorea doppelt so hoch wie in Deutschland. „Wir brauchen das schnelle Internet - und zwar ganz schnell“, forderte der Generalsekretär. Auch künftig werde der Wirtschaftsrat die marktwirtschaftliche Erneuerung unseres Landes thematisieren und somit seinen Anspruch untermauern, der Fortschrittsbeschleuniger der deutschen Politik zu sein.

Impressionen Innovationsforum
Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU e.V.