24. Mai 2016
EU-Kommissar Günther Oettinger Ehrengast beim traditionellen Bahlsen-Abend
Das Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA stand im Mittelpunkt der engagierten Rede von EU-Kommissar Günther Oettinger, beratendes Mitglied des Präsidiums des Wirtschaftsrates, auf dem Bahlsen-Abend.

Erstmalig begrüßte Werner M. Bahlsen die rund 180 Gäste nicht nur als Hausherr, sondern auch als Präsident des Wirtschaftsrates. Immer zum Auftakt der Hannover-Messe findet diese traditionelle Veranstaltung in den Räumen des bekannten Süßwaren-Unternehmens statt. 

 

Günther Oettinger unterstrich die besondere Bedeutung des Freihandels für die Exportnation Deutschland und verwies darauf, dass sich die USA zuletzt vor Frankreich als Handelspartner Nummer Eins geschoben hätten: "Freihandel ist aber auch darüber hinaus für uns überaus wichtig. Denn die USA dürfen sich nicht von Europa ab- und nach Asien hinwenden. Diese Gefahr besteht mit allen Folgen - bis hin zur Außen- und Sicherheitspolitik." Die USA müssten heute längst nicht mehr so wie früher in den Weltregionen engagiert sein, die auch als Lebensadern oder Energielieferanten für Europa überlebenswichtig seien. "Die Amerikaner sind inzwischen durch eigene Energiequellen wie das vorangetriebene Fracking weitgehend autark. Man kann ihr Vorgehen im Nahen bzw. Mittleren Osten sicher an vielen Punkten kritisch bewerten. Am Ende haben sie dort auch indirekt europäische Energiequellen mitgesichert."

 

Mit Sorge schaute Günther Oettinger auf die anstehende Volksabstimmung in Großbritannien: "Ein Brexit würde die Europäische Einigung und das Gleichgewicht in Europa entscheidend schwächen. Für Deutschland ginge ein Partner, mit dem wir viel gemeinsam haben, verloren." Dem stimmte auch Werner M. Bahlsen zu und dankte Günther Oettinger: "Wenn Europa öfter so näher gebracht würde wie in Ihrer Rede, bräuchte man sich um die Stimmung im Lande weniger Gedanken machen. Europa braucht einen Neuaufbruch, denn die Unsicherheiten um uns herum nehmen zu."