09. März 2016
Europa braucht starke Partner - US-Botschafter Emerson beim Wirtschaftsrat
Die EU ist nach wie vor der bedeutendste Handelspartner der USA. Für Deutschland sind die USA der wichtigste Exportmarkt und zugleich der wichtigste Investitionsstandort deutscher Unternehmen. US-Botschafter John B. Hemerson sprach über die Partnerschaft der beiden Länder und warum TTIP so wichtig ist.
v.l.n.r.: Jürgen Hardt MdB, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; John B. Emerson, US-Botschafter und Dr. Jürgen Geißinger, Vorsitzender der Bundesfachkommission Internationaler Kreis (Foto: Hans-Christian Plambeck)

Die Mitglieder der Bundesfachkommission erhielten einen spannenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen des US-Präsidentschaftswahlkampfes und die Perspektiven für die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen. Dabei bietet das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP eine historische Chance, die genutzt werden muss. US-Botschafter John B. Emerson befürwortete die Notwendigkeit eines reformierten Investitionsschutzes und unterstrich die Transparenz der Verhandlungsentwicklung. In dem kürzlich beschlossenen Freihandelsabkommen zwischen den USA und elf Pazifikanrainerstaaten finden sich die weltweit höchsten Standards wieder, so Emerson. Er ist jedoch davon überzeugt, dass die Standards im Rahmen von TTIP sogar noch höher sein werden. Hierbei wurde er von Jürgen Hardt, Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit und außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU Fraktion, sowie von Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl MdEP, Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel, unterstützt.

 

Industrie 4.0 und Big Data – Neue Art des Handel(n)s

Die vernetzte Industrie verändert das weltweite Kräfteverhältnis. Smarte Anlagen und intelligente Maschinenparks gelten als die vierte große industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation. Und bei dieser "Industrie 4.0" stottert ausgerechnet der Innovationsmotor Deutschland. IT gilt als Stärke der USA. Dort gibt es Riesen wie Microsoft, Apple, Google oder Cisco. Mit Big Data erwächst zudem eine neue Art des Handel(n)s, die es den Unternehmen ermöglicht, ein ganzheitliches Verständnis ihrer Kunden aufzubauen. Die USA haben schon in den frühen 80er Jahren die Struktur und das Kapital für das Internet gelegt.

 

Kooperationen einerseits – kluge Balance anderseits

Nach Einschätzung von US-Botschafter Emerson gibt es auf beiden Seiten des Atlantischen Ozeans jeweils unterschiedliche Auffassungen von Verletzung der Privatsphäre. Unter dem Namen "Privacy Shield" soll der Datenaustausch zwischen den USA und der EU nun künftig besser geschützt werden.

Diese Themengebiete beschäftigen deutsche Unternehmen auch in Hinblick auf das große Potential mit dem Handelspartner China: Die Frage nach der Schaffung von einheitlichen Normen und Standards einerseits und nach Dateneigentum und Datensicherheit andererseits sind von entscheidender Bedeutung. Beide Themenkomplexe werden als potenziell kritische Bereiche für eine engere Kooperation mit China gesehen.

 

Potenziale mit internationalen Handelspartnern nutzen

In seinem Vortrag vor den Mitgliedern der Bundesfachkommission Internationaler Kreis stellte der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Dr. Georg Schütte, jedoch auch die enormen Chancen mit China in den Vordergrund: Entstehende Innovationsimpulse, deutliche Effizienzgewinne, Flexibilisierung von Produktionsprozessen, Ressourceneffizienz und letztendlich größere Marktchancen in einem fairen und offenen Handels- und Produktwettbewerb können für beide Seiten nur von größtem Nutzen sein.