16. November 2012
"Strategien gegen den Fachkräftemangel gibt es genug - nun ist es an der Zeit der Umsetzung"
Niedersachsens Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, Aygül Özkan, beim Unternehmerfrühstück des Wirtschaftsrates in Hannover

Vor rund 50 interessierten Zuhörern stellte Ministerin Özkan fest, dass sich der niedersächsische Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren äußerst positiv entwickelt habe. Zuletzt lag die Arbeitslosenquote in Niedersachsen im Oktober 2012 bei 6,2 Prozentpunkten und damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Ein Blick in einzelne Regionen oder Branchen des Landes zeige allerdings, dass es hier erhebliche Differenzen gebe: Von hohem Personalmangel bei rechnerischer Vollbeschäftigung bis hin zu strukturschwachen Wirtschaftsräumen. „Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wird aufgrund des strukturellen Wandels mittel- und langfristig auch in Niedersachsen weiter steigen“, so die Ministerin.
v.l.n.r.: Uwe Fendler, Sprecher der Sektion Hannover, Sozialministerin Aygül Özkan und Dirk Toepffer MdL, stellv. Vorsitzender der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Eine wirksame Bekämpfung des Fachkräftemangels könne beispielsweise dadurch gelingen, die Bildungsvoraussetzungen insgesamt weiter zu stärken sowie Beschäftigungspotenziale gerade von Frauen, Älteren und Menschen mit ausländischen Wurzeln zu heben. „Wer seine Personalpolitik und den Unternehmensalltag aktiv familienbewusst gestaltet, hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Schon heute ist für mehr als 90 Prozent der jungen Beschäftigten Familienfreundlichkeit bei der Wahl ihrer Stelle mindestens genauso wichtig wie das Gehalt“, so Aygül Özkan. Auch Betriebskita seien hier ein echter Mehrwert.

Für Menschen mit Migrationshintergrund sei das Erlernen der deutschen Sprache nach wie vor der Schlüssel für eine gleichberechtigte Teilnahme am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben in Deutschland. Mehrsprachigkeit und interkulturelle Fähigkeiten werden in Beruf, nach Ansicht der Ministerin, immer weiter an Bedeutung zunehmen. "Die Herkunftssprache darf daher auch nicht verteufelt werden", so Aygül Özkan.Vielmehr sei die Förderung der mehrkulturellen Identität ein wichtiger Beitrag für ein Leben in einer international vernetzten, globalisierten  Gesellschaft.