07. April 2011
Versachlichung der Energiedebatte gefordert
Nirgendwo sonst auf der Welt beherrsche das Thema Kernkraft derart die Schlagzeilen wie in Deutschland. „Nicht diffuse Ängste, sondern Fakten zur Sicherheit müssen entscheiden, wie wir die Energieversorgung in Deutschland gewährleisten“, warb Dr. Rainer Gerding, Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, für eine Versachlichung der Energiedebatte vor Mitgliedern der Sektion Märkischer Kreis in Iserlohn.
v.l.n.r. Werner Sülberg, kom. Sektionssprecher Märkischer Kreis, Dr. Rainer Gerding, Manfred Ringmaier (Foto: Wirtschaftsrat)

Eine Verteufelung der Kernenergie sei um so gefährlicher, da ein rascher und kompletter Umstieg auf Erneuerbare Energien unrealistisch sei. Der von der Bundesregierung mit dem Energiekonzept festgeschriebene Wandel hin zu einer weitgehenden Versorgung mit Erneuerbaren Energien könne wirtschaftlich nur im europäischen Kontext erfolgen, betonte Gerding. Es sei unabdingbar, jetzt auf europäischer Ebene eine gemeinsame Initiative anzustoßen, um das Unglück in Japan zu analysieren und ein gesamteuropäisches Energiekonzept zu erarbeiten. 27 nationale Insellösungen könnten langfristig keine Garanten für eine sichere Energieversorgung sein.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Um die Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien möglichst kurz zu halten, müsse ein Masterplan für den Ausbau der Energieinfrastruktur in Deutschland und Europa entwickelt werden. Dabei dürfe es nicht länger Widerstände gegen den dringend notwendigen Ausbau der Stromnetze und Pumpspeicherkraftwerke geben. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass diejenigen, die morgens den Ausbau der erneuerbaren Energien forderten, abends gegen die dazu erforderlichen Projekte mit Demonstrationen vorgingen, forderte der Bundesgeschäftsführer des unternehmerischen Berufsverbandes.