15. März 2021
"Stärkung des Standorts als der Stadt der zweiten Reihe"
Videokonferenz der Sektion Westbrandenburg mit dem Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel, Steffen Scheller (CDU), zur aktuellen wirtschaftlichen Situation in der Stadt sowie zu den künftigen Chancen und Herausforderungen der Region Westbrandenburg
Oberbürgermeister Steffen Scheller © Wirtschaftsrat / Jeremy Herendy

Oberbürgermeister Scheller nannte zu Beginn die demografische Entwicklung als eine wesentliche Herausforderung seiner Stadt. Brandenburg an der Havel könne seit 2015 ein leichtes, aber konstantes Bevölkerungswachstum, insbesondere in der Altersgruppe der 18 bis 40-Jährigen, verzeichnen. Die Stadt habe im Vergleich zur Metropole Berlin gerade für junge Familien einige Standortvorteile. So gebe es im Stadtgebiet ein gutes Angebot an preiswertem Bauland und eine gute Verfügbarkeit von Kitaplätzen und Schulen. Gerade durch den pandemiebedingten Trend zum Home-Office verstärke sich der Trend zu einen Umzug in Mittelstädte wie Brandenburg an der Havel.


Eine weitere Aufgabe für die Zukunft sei der Arbeitsmarkt in der Stadt. Seit 2013 sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und der Selbständigen konstant gestiegen, während die Arbeitslosenquote seit 2019 unter 8 Prozent liege. Die Stadt habe den Strukturwandel bedingt durch den Wegfall der Stahlproduktion erfolgreich gemeistert und sei aktuell wirtschaftlich vielfältig aufgestellt. Dennoch stelle die Pandemie den Arbeitsmarkt unter Druck, was sich darin zeige, dass über 10.000 Arbeitnehmer in Brandenburg an der Havel Kurzarbeitergeld bezögen und es einen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen gebe. Anderseits gebe es auch in Pandemiezeiten einige Standortanfragen der Industrie in der Stadt.


Um die positiven Entwicklungen in Zukunft aufrechtzuerhalten und zu verstärken, sei es notwendig, weiter Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. Herr Scheller nannte dabei explizit die Taktverdichtung des RE1, die Anbindung an den Schienenfernverkehr, die Verbesserung des innerstädtischen ÖPNV, die Sanierung einiger innerstädtischen Brücken und den Ausbau des Glasfasernetzes bis an den Hausanschluss. Stadtplanerisch liege der Schwerpunkt auf einer intelligenten Planung von Neuausweisungen von Gewerbe- und Wohngebieten, um den Standort noch attraktiver zu gestalten. 


Die Vermarktung als gemeinsame Wirtschaftsregion Westbrandenburg bezeichnete Herr Scheller als entscheidend. Für ihn sei die Kooperation mit den Gemeinden Rathenow, Premnitz und dem Landkreis Havelland von hoher Priorität, um Synergien in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus optimal zu nutzen.

 

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