01. Dezember 2015
15. Traditioneller Kaminabend mit dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt
Arbeitsmarktpolitik und Integration von Flüchtlingen – Chancen und Risiken für Unternehmen?!
Dr. Michael Moeskes, Landesvorsitzender, Wirtschaftsrat Sachsen-Anhalt Bild: Wirtschaftsrat

Der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt, RA Dr. Michael Moeskes,  begrüßte die rund 115 Mitglieder und Gäste in der Toepffer-Villa und übergab das Wort mit den einführenden Worten an den Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff weiter: „Die immensen Flüchtlingsströme rissen 2015 im Vergleich zum Vorjahr nicht ab. Im Gegenteil – mit weit über einer Million Flüchtlinge erreichten Deutschland so viele Menschen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Kommunen und Landkreise stießen dabei an ihre Grenzen.
Auch Sachsen-Anhalt hat mit der Überstrapazierung der vorhandenen Verwaltungsstruk-turen zu kämpfen. Daraus resultieren nicht nur Herausforderungen für die Landkreise und Kommunen sondern auch für die Gesamtgesellschaft und die Wirtschaft. Können lokale Unternehmen von dem Flüchtlingszustrom profitieren? Wie steht es um die Qualifikationen der Flüchtlinge? Welche Maßnahmen und Wege werden getroffen, um eine adäquate Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen?"

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff Bild: Wirtschaftsrat

Der Ministerpräsident erörterte die Thematik in seiner Festrede umfassend und stellte sich anschließend den Fragen der Wirtschaftsratsmitglieder und Gäste.

Zunächst betonte der Ministerpräsident seine Forderung nach einer Flüchtlingsobergrenze für die Bundesrepublik. Deutschland könne pro Jahr 400 000 Flüchtlinge aufnehmen. Mit dieser Zahl würde die Verwaltung der Anträge, die Unterbringung der Flüchtlinge sowie die Integration im Rahmen unserer Ressourcen und Möglichkeiten stattfinden. Hinsichtlich dieser Zahl könne Sachsen-Anhalt jährlich maximal 12 000 Flüchtlinge aufnehmen. Nur so können Parallelgesellschaften, höhere Arbeitslosigkeit und enttäuschte Erwartungen seitens der Flüchtlinge vermieden werden.


In Bezug auf die Integration der Flüchtlinge in die Wirtschaft sieht Haseloff den Mindestlohn als Hemmfaktor. Er glaubt, dass dieser die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt erheblich erschwert und fordert deshalb Flexibilisierungen und Sonderlösungen. Die starken Qualifizierungsdefizite stehen zumeist in keinem Verhältnis zum Mindestlohn von 8,50 € und machen eine Integration von vielen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt kaum möglich.

Bild: Wirtschaftsrat

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellten sich einige Jungunternehmer aus Leipzig und Merseburg den Mitgliedern und Gästen vor. Darunter Florian Nemitz und Frank Lochau von der ProCopter GmbH sowie Chris Volke von der Neureo UG. Es wurde unter anderem ein innovatives Erfrischungsgetränk namens Neuronade vorgestellt.


Ganz traditionell endete der Kaminabend zu später Stunde nach gemütlichen Zusammentreffen und Gesprächen sowie einem leckeren Dinner in der Toepffervilla.