14. März 2012
„Energiewende braucht Zeit – viele Fragen ungelöst“
Josef Hovenjürgen MdL vor Bottroper Wirtschaftsrat
„Die Energiewende bricht man nicht über das Knie. Die Umstellung von einem zentralen zu einem dezentralen System gelingt nicht binnen Jahresfrist. Wir brauchen schon das Ziel 2050, denn längst gibt es nicht auf alle Fragen eine Antwort“, leitete der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Josef Hovenjürgen eine Tagung des Bottroper Wirtschaftsrates zur Ausgestaltung der Energiewende gut ein Jahr nach der Katastrophe von Fukushima ein.

Der Sprecher der Sektion Bottrop des Wirtschaftsrates, Harald Lubina, verwies bei seiner Begrüßung auf die besondere Bedeutung der Energiewirtschaft sowohl für die immer noch vom Bergbau geprägte Stadt als auch für Region mit ihren Kraftwerken und Zulieferbetrieben.

Hovenjürgen unterstrich, dass die Botschaft von Fukushima in der Politik angekommen sei. Eine Zukunft für eine atomare Stromerzeugung gebe es ebenso wenig wie für die aus fossilen Brennstoffen. Allerdings sei die Frage nach einem atomaren Endlager ungelöst. Die gesellschaftspolitische Diskussion habe noch nicht einmal begonnen.
In den letzten Jahren sei die Herstellung von Strom aus Photovoltaik-Anlagen enorm gewachsen und damit auch die Belastungen aller Stromkunden durch eine Verteuerung der EEG-Umlage. Die Überförderung der Photovoltaik habe zu der kuriosen Situation geführt, dass aus Gefahr vor einer Überlastung der Netze nicht eingespeister Strom vergütet werde. Zugleich verwies Hovenjürgen auf das bislang noch ungelöste Problem der Speichermöglichkeiten regenerativer Energien. „Nachts kann man schlecht Photovoltaik-Strom gewinnen.“ Hierfür seien back up Kraftwerke nötig. Daher sei er dafür, dass das modernste und effizienteste Kohlekraftwerk Deutschlands, Datteln IV, ans Netz ginge und zugleich umweltschädlichere Kraftwerke abgeschaltet werden würden.

„Wer die Energiewende will, der muss sie auch administrieren. Bislang erleben wir aber das Gegenteil. Der Windkrafterlass von Umweltminister Remmel ist die hohe Messe des Konjunktivs“, kritisierte Hovenjürgen die rot-grüne Landesregierung und mahnte, dass sich mit einer Verstärkung der Windenergie mit Anlagen von 150 bis 230 m Höhe das Landschaftsbild wandeln werde. Unabdingbar sei es, die Menschen in den davon betroffenen Bereichen mitzunehmen. Ein möglicher Weg zur Schaffung von Akzeptanz sei die Option, die Anwohner über eine Bürgerwindpark-Gesellschaft auch an den Gewinnen zu beteiligen. „Bei der Realisierung der Energiewende brauchen wir weniger Emotionen und Ideologie, sondern mehr gesunden Menschenverstand.“

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