15. Oktober 2013
19. Weimarer Wirtschaftsgespräch
Für die Zukunft auf dem Erreichten aufbauen
In der traditionsreichen Reihe markiert das 19. Weimarer Wirtschaftsgespräch des Landesverbandes Thüringen des Wirtschaftsrates der CDU e. V. am 15. Oktober 2013 einen besonderen Meilenstein.
Impressionen 2013
Christine Lieberknecht Ministerpräsidentin und Prof. Dr. Bernhard Vogel Ministerpräsident a.D.
1 / 12

Fotos: Antje Kaunzner


Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht widmete ihr Grußwort der entscheidend vom Mittelstand geprägten Wirtschaft des Freistaates und ihren Akteuren. Mit den geschaffenen Arbeitsplätzen ordne sich die Beschäftigungsquote des Flächenlandes Thüringen vor der Nordrhein-Westfalens ein. Insbesondere begrüßte sie die klar ausgesprochenen Ziele im jüngst verabschiedeten Grundsatz- und Positionspapier des Landesverbandes.

 

Soziale Marktwirtschaft ist das Erfolgsmodell Deutschlands

Der langjährige ehemalige Ministerpräsident, Professor Dr. Bernhard Vogel, beantwortete die in seinem Vortragsthema formulierte Frage „Die Soziale Marktwirtschaft - Praxistest bestanden?“ positiv. Die Würde des Menschen wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau nach dem neben Kapitalismus und Sozialismus möglichen „dritten Modell“ wiederhergestellt und seitdem gewahrt. Mit der Reindustrialisierung der ehemaligen DDR hätte sie auch ihre zweite große Herausforderung gemeistert. Die heutige und damit dritte Praxistest bestehe nach seinen Worten in der Sicherung des wirtschaftlichen Erfolges. Hierbei müsse der Wirtschaftsrat ein entscheidendes Wort mitreden, gab er den mehr als 180 Teilnehmern mit auf den Weg.

 

Zukunftsaufgabe heißt Europa

Friedrich Merz wandte sich dem topaktuellen Thema „Europa und der Euro - Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzpolitik“ zu. Eindringlich plädierte er für die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, die er in Deutschlands Nachbarstaaten vermisse. Jetzt komme es darauf an, harmonisierende Rahmenbedingungen für die EU-Staaten zu schaffen, denn nur mit einem einheitlichen Europa könne die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im internationalen Maßstab nachhaltig gesichert bleiben und ausgebaut werden. Mit Blick auf den in China herrschenden Staatskapitalismus als internationalen Wettbewerber stehe sogar das europäische Gesellschaftssystem auf dem Spiel.

 

Wirtschaftsrat formuliert Regierungsempfehlung

Der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, rüttelte zusätzlich auf mit seinen Ausführungen „Der Wirtschaftsrat - eine starke Stimme der Sozialen Marktwirtschaft“. Auch er betonte das Leistungsprinzip und die Verteilung nach der Leistung im europäischen Maßstab. Im Interesse eines wettbewerbsfähigen Europa müssten seitens der Politik Regeln aufgestellt werden, die Deutschlands Entwicklung nicht hemmen und die Entwicklung der EU-Partner weiter beschleunigten. Er verwies auf die bereits existierenden 180 Vorschläge des Wirtschaftsrates an die Politik, für deren Berücksichtigung im Zuge der Koalitionsverhandlungen sich der Wirtschaftsrat einsetzen wird.

 

In allen Vorträgen ließ sich die Forderung an die Politik klar erkennen, ihre Entscheidungen mit wirtschaftlicher Vernunft zu fällen, also nach den Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft. Letztlich gelte es nach den Worten von Mihajlo Kolakovic, Vorsitzender des Thüringer Landesverbandes, „nur drei kleine Forderungen an die Politik erfolgreich umzusetzen: Weniger Staat - weniger Steuern - weniger Schulden!“