02. November 2011
„Wir brauchen einen Euro-Stabilitätspakt, der die Schuldenmacherei ein für alle Mal beendet!“
Prof. Ulrich van Suntum vor dem Wirtschaftsrat in Borken
Im Rahmen der Kampagne „Mehr Privat für einen starken Staat“ des Wirtschaftsrates referierte Prof. Dr. Ulrich van Suntum, Direktor des Centrums für angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Münster, in Borken zum Thema “Euro-Schuldenkrise – Ist Deutschlands Wohlstand gefährdet?“.
v.l.n.r. Manfred Ringmaier, Landesgeschäftsführer Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen; Prof. Dr. Ulrich van Suntum; Alfons Beckmann, Sektionssprecher Borken (Foto: Wirtschaftsrat)

Obwohl der Maastrichter Vertrag bereits 1992 die jährliche Defizitgrenze der Euromitgliedsstaaten auf drei Prozent festlegt hat und die Schuldenquote die 60-Prozent-Grenze nicht übersteigen sollte, wuchsen die Staatsschulden dramatisch an anstatt zu sinken. Entscheidende Gründe hierfür waren laut van Suntum, die unzureichende Härtung des Stabilitätspaktes sowie der geringe Einfluss der EU-Kommission.

Für die Zukunft sei die verpflichtende Einführung einer Schuldenbremse daher der einzig gangbare Weg zur Eindämmung der Staatsverschuldung. „Auch wenn der Entzug der Schuldendroge eine Erstverschlechterung verursachen wird, zahlt er sich langfristig aus“, argumentiert der Prof. Dr. Ulrich van Suntum. Weitere unverzichtbare Maßnahmen neben dieser seien der Verzicht auf eine Hebelung im Rettungsschirm, die Abgabe des Stimmrechts überschuldeter Länder und, in letzter Konsequenz, deren Austritt aus der Euro-Zone.