18. November 2011
Siegfried Müller: „Die Stromverteilungsunternehmen stehen vor besonderen Herausforderungen!“
Der Geschäftsführer der Stadtwerke Lippstadt GmbH referiert zu Energiewende
„Die Energiewende hat die Ausgangssituation der Stromversorgung in Deutschland stark verändert. Durch eine Verknappung der Erzeugungsressourcen, einen verstärkten Wettbewerb auf dem Energiemarkt und regulierende Eingriffe des Staates stehen die Energiebereitsteller vor neuen Herausforderungen.“ Mit dieser Aussage eröffnete Dipl.-Ing. Siegfried Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Lippstadt GmbH, die Vortragsveranstaltung mit den Mitgliedern der Sektion Lippstadt/Soest des Wirtschaftsrates.
v.l.n.r.: Sektionssprecher Christoph Hackländer, Siegfried Müller (Foto: Wirtschaftsrat)

Die drei Hauptaufgaben der Stadtwerke - die Erzeugung, die Verteilung und der Vertrieb von Energie - erhielten dadurch neue Gewichtungen und damit einhergehend eine Blickwinkelveränderung. In anderen Märkten sei das Qualitätsmerkmal des Produktes eine entscheidende Rolle - nicht im Energiesektor. Hier entscheide der Preis über Kauf oder Nichtkauf. „Der Preis für Strom wird an der Börse in Leipzig festgelegt und 2012 stark ansteigen“, erläuterte der Geschäftsführer der Stadtwerke. Durch den Wegfall der Atomenergie aus Deutschland selbst und die damit hervorgerufene Abhängigkeit der Energieunternehmen vom Ausland werde auch die Versorgungszuverlässigkeit immer schwieriger, da keine direkten Zugriffsmöglichkeiten bestünden.

Den Blick in die nahe Zukunft gerichtet sei es außerordentlich wichtig, die Möglichkeiten der regenerativen Energien auszubauen oder neue Möglichkeiten der Energieversorgung zu generieren. Die Netze für den Energietransport müssten ausgebaut werden. Der Eintritt in die Stromeigenproduktion und damit eine Erweiterung der Wertschöpfungskette sei unumgänglich. Auch sei die Nutzung der Chancen des Handels durch Stromvermarktung eine weitere Möglichkeit, den Markt zu stabilisieren, so Müller.