22. März 2021
Aus den Ländern (Berlin-Brandenburg) - "Digitalisierung ist im Bereich der Landwirtschaft schon fünfmal angekommen"
Webtalk mit dem parlamentarischen Staatssekretär Uwe Feiler MdB aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zum Thema Landwirtschaft
Parlamentarischer Staatssekretär Uwe Feiler © Wirtschaftsrat / Jeremy Herendy

Für den Parlamentarischen Staastssekretär Uwe Feiler hat die Landwirtschaft für Stadt und Land auch in Zukunft eine herausragende Bedeutung. Auf der einen Seite habe sie für ländliche Regionen wie Brandenburg einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, andererseits gäbe es in den Metropolen wie Berlin eine steigende Nachfrage nach hochwertigen und regionalen Nahrungsmitteln. Trotzdem nimmt er einen Interessenskonflikt zwischen Stadt und Land wahr, da die Wunschvorstellung rein biologischer und ökologischer Landwirtschaft und die Ziele, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und eine international wettbewerbsfähige Landwirtschaft zu betreiben, schwer vereinbar seien.

 

Die obersten Ziele des Staatsekretärs sind die Einkommenssicherung der Landwirte, die Sicherstellung der Versorgung mit Nahrungsmitteln und der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors. Gerade vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundestagswahlen müsse die Konzeptfindung für die Trilog-Verhandlungen zügig abgeschlossen werden. Hinderlich für einen Konsens seien die unterschiedlichen Strukturen der Agrarbetriebe zwischen den Bundesländern, betonte Feiler. Während diese in den neuen Bundesländern vor allem von großen Unternehmen geprägt würden, seien die Betriebe in den alten Bundesländern wesentlich kleinteiliger, weshalb es eine Herausforderung sei, eine gemeinsame Linie zu finden.

 

Staatssektretär Feiler sah beim Thema Umweltschutz den "Brandenburger Weg" als Lösung. Dabei solle ein kooperativer Ansatz zwischen Agrarverbänden und Naturschützern gewählt werden und Kompromisse vertraglich fixiert werden, anstatt auf eine zentrale gesetzgeberische Lösung zu setzen. Desweiteren solle verstärkt auf regionale Vermarktung der einzelnen Regionen Brandenburg gesetzt werden. Als eine weitere Aufgabe für die Zukunft sah Staatssekretär Feiler die Digitalisierung der Landwirtschaft. In diesem Bereich sei die Landwirtschaft schon sehr weit vorangekommen, da etwa GPS- und Satellitendaten schon seit langem einsetzt würden, um etwa gezieltes Düngen zu ermöglichen. Er mahnte an, dass ein weiterer Ausbau des Breitband- und des Mobilfunknetzes erforderlich sei, und dass es den 5G-Standard an jeder Milchkanne benötige.