12. Februar 2021
"Die Pflege muss zu den Menschen kommen, nicht umgekehrt"
Die Landesarbeitsgruppe Pflege traf sich im Rahmen einer Videokonferenz zum Thema „Pflegeoffensive Brandenburg“ und begrüßte hierzu die Referatsleiter Ulrich Wendte und Anne Lehmkuhl, die im Ministerium für Soziales, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg die Bereiche Pflegepolitik und Heimrecht sowie Pflege- und Soziale Berufe verantworten.
Ulrich Wendte © Wirtschaftsrat / Jeremy Herendy

Wendte stellte zunächst das Ziel klar, die Pflegemöglichkeiten so auszubauen, dass jeder Mensch in seinem gewohnten Umfeld Pflege erhalten kann. Gerade in Brandenburg sei dies jedoch schwierig, insbesondere durch die hohe, steigende Quote an Pflegebedürftigen. Dieser Trend werde sich in dem nächsten Jahrzehnt noch weiter verstärken, während bis 2030 mit einem Rückgang der Erwerbstätigen um 10% zu rechnen sei. Entsprechend wichtig sei es, mehr Personal für die Pflege zu gewinnen, indem der Pflegeberuf attraktiver gestaltet wird.

 

Diesbezüglich habe man auf Landesebene bereits in einigen Bereichen reagiert, beispielsweise durch die Fachstelle Altern und Pflege oder den Pakt für Pflege. Der Pakt für Pflege gehe die 4 wichtigsten Säulen – Pflege vor Ort, Kurzzeit- und Tagespflege, Ausbau der Pflegeberatung und Fachkräftegewinnung – an und sei ein wichtiger Schritt, um allen Menschen bis ins hohe Alter ein möglichst selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

Anne Lehmkuhl © Wirtschaftsrat / Jeremy Herendy

Anne Lehmkuhl ging anschließend insbesondere auf das Thema Fachkräftegewinnung ein und führte vor allem die Aussicht auf eine attraktivere Ausbildung als wichtiges Hilfsmittel an. Dabei seien durch die fondsfinanzierte Ausbildung mehr Anreize für Ausbildungsbetriebe gesetzt worden. Ebenso werde durch eine höhere Ausbildungsvergütung sowie die gute Verteilung der 27 Ausbildungsschulen in Brandenburg die Attraktivität einer solchen Ausbildung deutlich verbessert. Um den steigenden Bedarf an Pflegepersonal decken zu können, wird außerdem ein generalistischer Pflegestudiengang angeboten, der eine breitere Zielgruppe ansprechen soll. Gleichermaßen sei mit der generalistischen Assistenzausbildung ein neuer Berufsbereich entstanden, der abgegrenzt zu Fachkräften die Personalsituation in der Pflege verbessern könne. Schließlich könne das Land Brandenburg auch seine Nähe zu Polen als Standortvorteil nutzen, um polnische Fachkräfte zu integrieren.

 

Die Präsentation der beiden Referatsleiter finden Sie in Ihrem persönlichen VIP-Bereich.