07. Juni 2016
Wirtschaftsrat setzt Harz-Gespräche über Landesgrenzen hinweg fort
40 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen diskutierten angeregt auf der Terrasse des Gast- und Logierhaus „Aussichtsreich“ - „Wunderschönes vor der Haustür“
Deutschland habe „Wunderschönes“ auch vor der Haustür zu bieten. Diese Auffassung vertrat Dieter Lorenz, Stellvertretender Landesvorsitzender des Wirtschaftsrat Niedersachsen, der zu einer Veranstaltung auf dem 483 Meter hohen Burgberg, dem Hausberg Bad Harzburgs, eingeladen hatte.
v.l.n.r.: Dieter Lorenz, Stellvertretender Landesvorsitzender Wirtschaftsrat Niedersachsen; Karl-Heinz Dörhage, Med-X-Press GmbH, Goslar; Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister Goslar (Foto: Wirtschaftsrat)

Auch Hermann Mehrens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Goslar/Harz, der 2009 von Bremen in die Harzregion gekommen war, betonte die Schönheit und die Attraktivität. Leider werde immer noch viel gejammert. „Aber wie will man Fachkräfte mit einem schlechten Image gewinnen?“, fragte Mehrens in seinem Vortrag über den „Harz“ und empfahl, auch mit der „Freizeit in der Natur“ zu werben.

Deutlich kritisierte Hermann Mehrens die Pläne der niedersächsischen Landesregierung, aus dem Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) eine „verfasste Region mit Parallelstrukturen per Gesetz ohne Beteiligung der Wirtschaft“ zu machen. Die Initiative „Ein Harz“ sei die bessere Alternative als ein zentralistisch gesteuerter Verband. Die Tourismusverantwortlichkeit z.B. müsse vor Ort geleistet werden.

Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk warb für Bündelung statt Zentralisierung: Ohne die Wirtschaft könne die Region keine Zukunft gewinnen. Das „Rote-Laterne-Image-Problem“ als „zentrales Image-Problem“ müsse nachhaltig überwunden werden. Goslar sei auf einem guten Weg. Es gebe bei 50 000 Einwohnern 20 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Und vor allem sei seine Stadt nicht pleite, sondern habe sogar Einwohner dazugewinnen können.