14. Oktober 2020
Aus den Ländern (Mecklenburg-Vorpommern): Rostock wird zum führenden Innovationscampus für Unterwassertechnik
Im Gespräch mit Prof. Dr. Uwe Freiherr von Lukas, Standortleiter für Maritime Graphics am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung
Prof. Dr.-Ing. Uwe Freiherr von Lukas

Rostock ist im Zukunftswettbewerb für regionale Netzwerke „Clusters4Future“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem Ocean Technology Campus (OTC) als Sieger hervorgegangen. Prof. Dr. Uwe Freiherr von Lukas, Standortleiter für Maritime Graphics am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD Rostock, zeigte anschaulich, mit welchen Konzepten die Jury überzeugt werden konnte.

 

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen bietet für den geplanten Ocean Technology Campus (OTC) die optimalen Voraussetzungen und damit das richtige Umfeld, meerestaugliche Hochtechnologie in Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung aus unterschiedlichen Disziplinen zu entwickeln.

 

Das Herzstück des Projekts, ein Unterwassertestfeld, das sogenannte „Digital Ocean Lab“ (DOL) und der dazugehörende landseitige Neubau mitsamt Forschungsgruppe, läuft an. Ausgangspunkt des neuen Unterwassertestfelds in der Ostsee wird das künstliche Riff vor Nienhagen, das vor 16 Jahren für die Fischereiforschung erbaut wurde.

 

Ziel ist das dauerhafte Bereitstellen von Unterwasserflächen für Projekte: Verschiedene Unterwassergärten sollen wichtige Anwendungsgebiete der Unterwassertechnik wie etwa Kabelortung, Wartung an Offshore-Bauwerken oder Umgang mit Munitionsaltlasten abdecken. Dies gestattet sowohl der Forschung als auch der Industrie gleichermaßen, ihre Entwicklungen unter realen Bedingungen im Meer strukturiert zu testen. Der Bedarf an solchen Testmöglichkeiten ist immens. Durch die Nutzung der Infrastruktur am künstlichen Riff würden bereits jetzt erste Forschungsarbeiten unter Wasser gestartet, sagte von Lukas.

 

In den Neubau des Instituts, das seinen Standort vollständig von der Südstadt in den Fischereihafen verlegen wird, investiert die Fraunhofer-Gesellschaft durch Baumittel des Bundes 12 Millionen Euro, das Land Mecklenburg-Vorpommern steuert weitere 12 Millionen Euro bei. Der Baubeginn ist im Frühjahr 2022 geplant.