31. Juli 2017
Wirtschaftsrat Niedersachsen diskutiert mit OOWV und Politik zum Thema: "Nitratbelastung im Grund- und Trinkwasser in der Region"
Müssen wir Trinkwasser für die Toilette zum Spülen nutzen oder um den Rasen zu sprengen?

Friesoythe, 31.07.2017  Zum Thema: „Nitratbelastung im Grund- und Trinkwasser in der Region“ berichtete der Diplom Geologe Markus Penning, Abteilungsleiter für Hydrochemie, Landwirtschaft und Boden beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) über die zukünftige Gewährleistung des Grund- und Trinkwassers in Top-Qualität, im Rahmen einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates Niedersachsen. In den oberflächennahen Beprobungsbrunnen, die nicht zur direkten Trinkwassergewinnung der Wasserwerke dienen, sind die Werte in einzelnen Regionen seit einigen Jahren wieder leicht angestiegen. Dies sei auch dem Biogas-Boom geschuldet. Die Teilnehmer forderten von den Wasserversorgern eine nachhaltige Wasserwirtschaft, d.h. darauf zu achten dass die Grundwasserneubildung mindestens der entnommenen Wassermenge entsprechen muss. Der OOWV kooperiert und berät hierbei viele landwirtschaftliche Betriebe in der Region.

 

Die Gastredner Herr Clemens Große Macke , Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Cloppenburg, sowie Herr Herrmann Grupe, landwirtschaftspolitischer Sprecher der FDP im Niedersächsischen Landtag appellierten an die zahlreichen Zuhörer und sprachen sich für die Notwendigkeit und die Beachtung dieses Themas aus. „Die politischen Diskussionen zu diesem Thema werden seit Jahren ideologisiert und skandalisiert“, so. Clemens gr. Macke. „Welches Wasser, in welcher Qualität benötigt werde, sollte stärker differenziert werden“, so Markus Penning und auch Herr Stefan Krauss, Regionalleiter beim OOWV. Es sei auch keine Lösung die Düngeverordnung zu verschärfen oder die Anzahl der Tiere im Betrieb zu halbieren, dies ist ein sehr umstrittener Vorschlag von der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Der Wirtschaftsrat lehnt diesen Vorschlag vehement ab.

 

Die zweitwichtigste Branche Niedersachsens, werde zu wenig Beachtung geschenkt und Probleme, die schon seit 30 Jahren bestehen haben bis dato keine Lösung. Einen möglichen Lösungsansatz präsentierte Valerio Witte, K.H. Witte Anlagenbau aus Lastrup , hierbei werden Gülle oder die Gärreste aus einer Biogasanalge in Humusdünger umgewandelt. Danach wird der Stickstoff gebunden und kann nicht mehr ausgewaschen werden. Es fehlen aber der Konsens mit der Politik, sowie die erforderlichen Genehmigungen für die technischen Anlagen. In anderen Ländern, wie Italien, Frankreich, Portugal und Holland sind die Anlagen bereits seit Jahren erfolgreich im Einsatz.

Der Wirtschaftsrat Niedersachsen wird sich weiterhin diesem brisanten Thema annehmen und dazu in Kürze  Expertengespräche organisieren.

 

Kontakt
Saskia Kredig Referentin Wirtschaftspolitik / Organisation
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Niedersachsen
Telefon: 0511/ 751556
Telefax: 0511/ 752932

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Pressemitteilung vom 31. Juli