05. September 2019
Gemeinsam sind wir stark!
Unternehmerfrühstück mit Dr. Carola Reimann, niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung zum Thema: „niedersächsische Sozialpolitik“.
Die Sektion Lüneburg-Nordheide lud zum gemeinsamen Unternehmerfrühstück in den Räumlichkeiten der Waldklinik Jesteburg Aldag GmbH & Co. KG ein.
v.l.n.r. Dr. Hans-Heinrich Aldag, Geschäftsführer der Waldklinik Jesteburg Aldag GmbH & Co. KG, Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dirk Abeling, Landesgeschäftsführer des Landesverbandes Niedersachsen-Wirtschaftsrat der CDU e.V. und Florian Lücke, Sektionssprecher Lüneburg-Nordheide (Foto: Wirtschaftsrat Niedersachsen / Marin Könecke)

Nach einer herzlichen Begrüßung an alle Anwesenden durch Florian Lücke, Sektionssprecher Lüneburg-Nordheide, lieferte der Gastgeber und Geschäftsführer der Waldklinik Jesteburg Aldag GmbH & Co. KG, Dr. Hans-Heinrich Aldag spannende Einblicke und Hintergrundinformationen über die Waldklinik Jesteburg. Herr Dr. Aldag führte in einem einleitenden Vortrag alle Zuhörer durch die Geschichte der Waldklinik, welche sich trotz mehrfacher Auseinandersetzung mit den Herausforderungen von Transformationsprozessen im Zuge von erheblichen baulichen und strukturellen Veränderungen kontinuierlich zu einem modernen Zentrum für Rehabilitation in den Fachgebieten Neurologie und Orthopädie mit aktuell ca. 400 Mitarbeitern entwickeln konnte.  Auch zukünftig würden neue Großprojekte anstehen. Dementsprechend würde aktuell die bis dato größte bauliche Erweiterung der Kapazitäten u.a. für mehr als 60 neue Patientenzimmer sowie eine umfassende Projektarbeit bezüglich digitaler Zentralisierungsvorhaben stattfinden. Neben der aktuellen bauplanerischen Herausforderung ergebe sich daraus auch die Besetzung zusätzlicher ca. 100 Fachkräfte, die es zu gewinnen gelte, so Dr. Aldag.

 

Im Anschluss an eine einleitende Vorstellung des Ressorts, sprach Ministerin Dr. Carola Reimann über das Thema der Krankenhausinvestitionen.  Hier engagiere sich das Land in dieser Legislaturperiode mit 1 Milliarden Euro, da weiter ein erheblicher Bedarf an Investitionen bestünde. Ursache für diese Prognose sei der demographische Wandel sowie der damit einhergehende Fachkräftemangel, welcher auch oder gerade im Pflegesektor bereits deutliche Spuren hinterlassen würde. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen sei „eine gute Verzahnung innerhalb des Gesundheitsbereiches“ unabdingbar, so die Ministerin. Eine sektorenübergreifende Versorgung gelinge in erster Linie durch kooperatives Handeln aller Beteiligten, wie dies die Kliniken Jesteburg, Buchholz und Winsen des Landkreises Harburg beispielhaft praktizieren würden. Auch müssten die Chancen und Potenziale neuer Digitalisierungsprojekte zur effizienten Problemlösung besser ausgeschöpft werden.

Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Pflegebereich gelte es, die Anreize für potenzielle Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Eine mögliche Lösung sei hier, neben der Effizienzsteigerung durch Digitalisierungsprojekte, eine noch stärkere Einstellung auf die familiäre Lebenssituation der in hohem Maße weiblichen Mitarbeiter sowie die Zahlung von Tarifen und die Verbesserung der Refinanzierung von Wegepauschalen, so Dr. Reimann. Zudem müsse man die Ursache von Gesundheitsproblemen bekämpfen, sprich die Präventionsarbeit stärker fokussieren. Geplant sei diesbezüglich ein Pilotprojekt, der „präventive Hausbesuch“. Im Zentrum steht die individuelle Information und Beratung in der häuslichen Umgebung mit Hinweisen auf lokale Angebote zu den Themen der selbstständigen Lebensführung und Gesunderhaltung.

 

Im Anschluss folgte eine spannende sowie intensive Frage- und Diskussionsrunde mit der Ministerin und den anwesenden Experten der betreffenden Fachrichtungen.

 

 

 

 

 / Marin Könecke