12. Juni 2013
Chancen für eine erfolgreiche Vermarktung der Region
Erfahrungen der Wirtschaftsförderung Eckernförde
Seit 2008 hat Eckernförde bei der Standortentwicklung fünf erfolgreiche Jahre hinter sich. Damals wurde die stadteigene Touristik GmbH um das Geschäftsfeld Stadtmarketing erweitert und firmiert seitdem als Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG). Im Kern besteht ihre Aufgabe darin, Ideen zu entwickeln, Projekte umzusetzen, sich mit den Akteuren der öffentlichen Verwaltung, der lokalen Wirtschaft und der Bevölkerung zu vernetzen.
Stefan Borgmann gab Einblicke in das erfolgreiche Stadtmarketing seiner Stadt Eckernförde (Foto: Wirtschaftsrat)

Immer mit einem klaren Ziel vor Augen: die Standortbedingungen für die Wirtschaft wie für den Tourismus zu optimieren und dadurch die Lebensqualität der Menschen am Ort zu verbessern. "An Stelle von Gremiensitzungen greifen Wir dabei immer gern auf Anregungen von Betroffenen zurück", sagte Geschäftsführer Stefan Borgmann beim Mittagsgespräch der Sektion Rendsburg-Eckernförde des Wirtschaftsrates in Rendsburg, "Wir binden die Ideengeber aber nach Möglichkeit auch finanziell ein, so dass die Aktivitäten weitgehend kostenneutral verlaufen. Und diese umfassen ein breites Spektrum: von der Erschließung eines Steilküstenrundwanderwegs über das Image einer "motorradfreundlichen Stadt" bis zur Attraktivitätssteigerung des Wochenmarktes und einer umfassenden Datenbank  aller Einzelhandelsimmobilien. Mit ihrer Hilfe sei es zum Beispiel gelungen, die Ladenleerstände von elf auf vier zu reduzieren. "Wir lassen uns davon leiten, was Investoren interessiert", sagte Borgmann, denn jede Investition stärke die  Kommune. Mit dem Erfolg wuchsen die Aufgaben. So wurde die ETMG im Februar 2012 auch mit der offiziellen Aufgabe der Wirtschaftsförderung, also die Vermarktung kommunaler Gewerbeflächen betraut.


Gegenüber ihrem Nachbarn Rendsburg hat Eckernförde ein entscheidendes geographisches Plus: die Stadt liegt unmittelbar an der Ostsee. Auch deshalb könnten die Aktivitäten der ETMG nicht eins zu eins übertragen werden: "Jede Stadt tickt anders." Aber das mittelholsteinische Industriezentrum, das in den letzten Jahren viele Rückschläge verkraften musste, ist auf dem Sprung. Die Vermarktung der Region Rendsburg steht vor einer Neuorientierung. Einerseits sind einige größere Investitionsvorhaben vor allem im Einzelhandel gelungen, andererseits denken die drei Vermarkungsinstanzen über eine engere Kooperation nach. Von einer Zusammenarbeit in dieser Phase mit Eckernförde, was manchen Standortkennern vorschwebt, ist man allerdings noch weit entfernt. Möglicherweise ist Eckernförde, wo sich 2000 Autofahrer spontan zur Rückkehr zu ihrem alten Autokennzeichen, ECK statt RD, entschieden haben, auch schon zu weit enteilt.