11. Dezember 2015
Pseudonymisierung von Daten schafft Vertrauen in Big Data
Wolfgang Steiger: Patienteninformationen bieten große Chance für wirkungsvolle Fortschritte in der Medizin

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. warnt davor, die Trilogverhandlungen zur EU-Datenschutzgrundverordnung ohne entscheidende Änderungen abzuschließen. „Der jetzige Entwurf zementiert die bestehende Datenschutzpraxis, ohne den Entwicklungen, die die digitale Revolution und Big Data mit sich bringen, ausreichend Rechnung zu tragen. Jetzt besteht noch die Chance, mit einer deutlich stärkeren Verankerung von pseudonymisierten Daten ein zeitgemäßes Datenschutzrecht zu entwickeln. Gerade in der Gesundheitswirtschaft bietet die Nutzung von geschützten Patienteninformation unermessliche Möglichkeiten für wirkungsvolle Fortschritte bei der Behandlung von Erkrankungen“, kritisiert Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates.

Nach Ansicht des Wirtschaftsrates droht Europa in der Anwendung von Big Data im globalen Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten, da eine umfassende Auswertung von gesammelten Daten aus Gründen des Datenschutzes im bisherigen gesetzlichen Rahmen nicht möglich ist. Durch die Anwendung pseudonymisierter Daten bliebe die Privatsphäre eines jeden Einzelnen jedoch geschützt, da zwar individuelle Rückschlüsse gezogen werden können, die tatsächliche Person jedoch unerkannt bliebe. „Patienten wollen ihren Ärzten vertrauen, das können sie, wenn sie wissen, dass diese mit hohen Schutzstandards arbeiten. Gleichzeitig halten wir uns damit alle Türen einer fortschrittlichen Medizin offen“, betont Steiger.


Bei der Verarbeitung sind die Daten in der Regel der Zweckbindung unterworfen und dürfen nur zu dem Zweck verwendet werden, zu dem sie ursprünglich erhoben wurden. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden und vielversprechenden Big Data Anwendungen ist diese Einschränkung für innovative Projekte besonders hinderlich. Zudem wird die Verwertbarkeit von Daten durch das Gebot der Datensparsamkeit behindert. Die entsprechenden Passagen in der neuen Schutzverordnung müssen daher dringend dahingehend überprüft werden, dass sie Big Data Anwendungen fördern, anstatt diese zu bremsen.

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