17. Januar 2013
"Europa ist unsere Antwort auf die Globalisierung!"
Dr. Rainer Gerding, Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, wirbt für die europäische Idee
Zu einem intensiven Gedankenaustausch über die europäische Wirtschafts- und Währungspolitik konnte Dr. Marc Zoellner, Sprecher der Sektion Hochsauerlandkreis, den aus Berlin angereisten Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, Dr. Rainer Gerding, und zahlreiche Mitglieder in Brilon-Hoppecke begrüßen.
v.l.n.r.: Dr. Marc Zoellner; Rainer Gerding (Foto: Wirtschaftsrat)

„Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union ist ein außerordentlich wertvolles politisches Signal. Das Nobelpreiskomitee mahnt uns mit seiner Entscheidung, endlich wieder das in den Mittelpunkt zu rücken, was in der gegenwärtigen EU-Schuldenkrise wirklich entscheidend ist: Europa ist unsere Antwort auf die Globalisierung! Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen, um die europäische Wirtschafts- und Währungsunion dauerhaft zu stabilisieren, in dem wir ihre Gründungsfehler beheben“, so Dr. Rainer Gerding.

 

Der Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates warb zugleich dafür, von Europa nicht nur als Baustelle zu sprechen, sondern dem europäischen Projekt wieder mehr Herz und Seele zu geben. Dabei dürfe vor einer Änderung der vertraglichen Grundlagen nicht zurückgeschreckt werden – auch unter Hinnahme eines Europas unterschiedlicher Geschwindigkeiten.

 

„Der Wirtschaftrat plädiert für die Schaffung eines Kerneuropas für mehr Stabilität. Für diesen ‚Club der Integrationswilligen’ müssen die gleichen Regeln gelten: die konsequente Einhaltung der Maastricht-Kriterien und die Verlagerung der Budgethoheit auf die EU. Dies erfordert die Etablierung eines EU-Finanzministers mit entsprechenden Durchgriffsrechten auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Mitgliedstaaten“, erklärte Dr. Rainer Gerding. In gleicher Weise sei eine Angleichung der Sozialpolitik erforderlich. Beispielhaft nannte der Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates die Einführung eines europaweit einheitlichen Renteneintrittsalters von mindestens 65 Jahren.

 

„Nur wenn wir in Europa mit einer Stimme sprechen, wenn alle Mitgliedstaaten sich an vereinbarte Grenzwerte und Verträge halten und durch Reformen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, können wir die gegenwärtige Krise hinter uns lassen und im zunehmenden Wettbewerb der Kontinente bestehen“, so Dr. Rainer Gerding.