14. Juni 2011
Diskussionsveranstaltung der Sektion Offenbach und der LFK Bildungspolitik
Deutschlands letzte drei Chancen: Bildung. Bildung. Bildung.
"Für Unternehmer ist es oberste Pflicht, sich um Nachwuchs zu kümmern"
In einem waren sich die Teilnehmer auf dem Podium sehr schnell einig, nämlich mit dem Titel der Veranstaltung: Deutschlands letzte drei Chancen – Bildung. Bildung. Bildung.
Foto: Wirtschaftsrat

Hans Strothoff, Namensgeber und Gründer der Strothoff International School in Dreieich (Kreis Offenbach), zugleich auch Gastgeber des Abends nannte zu Beginn der Diskussionsveranstaltung des Wirtschaftsrates Hessen drei Thesen zum Thema: Für Unternehmer sei es oberste Pflicht, sich um Nachwuchs zu kümmern; gut ausgebildete Menschen seien Voraussetzung für unseren Wohlstand; wer in die Jugend investiere, gewinne die Zukunft.

Schulleiter Andreas Koini stellte die Frage, ob wir es uns eigentlich wirklich leisten könnten, dass Jahr für Jahr rund zehn Prozent unserer Jugendlichen keinen Schulabschluss zustande brächten.

Frank Pröse, Moderator der Abendveranstaltung und Chefredakteur der Offenbach-Post beklagte, dass es in der Bundesrepublik 96 verschiedene Schularten gebe. Reformen würden meist von ideologischen Streitereien begleitet und verwässert oder kämen gar nicht erst zustande.

Foto: Wirtschaftsrat
Unterschiedliche Begabungen der Kinder verlangten nach verschiedenen Wegen, also entsprechenden Schulangeboten, sagte Bettina Wissmann, Familienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. Das neue hessische Schulgesetz erleichtere den Übergang in die Ausbildungs- und Berufswelt.

Dagegen meinte Heike Habermann, Bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, die neue Schulform Mittelstufenschule setze zu den eingangs genannten 96 Angeboten noch eins oben drauf.

Insgesamt sei das deutsche Bildungssystem trotz aller zu kritisierenden Mängel nicht schlecht aufgestellt, so Dirk Palder, Vize-Präsident der Capgemini Deutschland GmbH. Bildungssysteme seien überall der wichtigste Wettbewerbsfaktor. Politik und Wirtschaft rief er auf, gemeinsam daran zu arbeiten.

Wie die Zusammenarbeit Wirtschaft-Schulen praktisch funktionieren kann, erklärte Dr. Christa Jansen, Referatsleiterin Schulförderung bei der Merck KGaA. Bis zu 2500 Schüler – von der ersten Klasse bis zum Abiturjahrgang - würden jährlich ins Unternehmen eingeladen, wo man ihnen Arbeitswege und Berufssparten praktisch vorführe.“Leben begreifen lernen“ nannte Dr. Jansen diese Methode der praktischen Bildung. Es sei wichtig, dass schon die Kinder ihre Fähigkeiten frühzeitig erkennen. Dabei müsse man sie unterstützen. Unser Bildungssystem müsse sich davor hüten, individuelle Förderung zu vernachlässigen.

Jürgen Hagenlocher, Sprecher der Sektion Offenbach/Dieburg des Wirtschaftsrates fasste die Diskussion zusammen und appellierte an die anwesenden Unternehmer: „Jedes Unternehmen profitiert von gut ausgebildeten Mitarbeitern.“

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