17. November 2011
„Einen blinden Passagier wirft man nicht einfach über Bord“
Steffen Kampeter zur Euro- und Schuldenkrise
Griechenland habe sich wie ein blinder Passagier an Bord des Euros geschlichen. Aber wie in der christlichen Seefahrt, so könne man nunmehr auf hoher See, diesen nicht einfach über Bord werfen. Stattdessen müsse er für seinen Verbleib arbeiten. Mit diesem griffigen Bild warb Steffen Kampeter, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, bei einer Regionaltagung des Wirtschaftsrates Nordrhein-Westfalen in Ibbenbüren für die Politik der Bundesregierung.

Zudem beschwor er die unkalkulierbaren Risiken eines Ausschlusses Griechenlands aus der Euro-Zone, der keinesfalls, wie gehofft, die Probleme lösen würde.

 

Kampeter hielt ein engagiertes Plädoyer für Europa und erhielt viel Zustimmung von den Unternehmern. „Europa ist nicht allein durch den Euro definiert“, erklärte er und führte weiter aus, dass für Europa drei gewichtige Gründe sprächen: Frieden, Freiheit und Patriotismus.


Für viele Bürger seien Frieden und Freiheit ein alltägliches Gut geworden, um das man sich mehr bemühen müsse. Historisch betrachtet sei es aber ein Ausnahmezustand, dass in Kerneuropa seit 66 Jahren Frieden herrsche. Dieses sei der Erkenntnis zweier Politiker, Adenauer und de Gaulle, zu verdanken, die statt auf Konfrontation auf Kooperation gesetzt hätten. Freiheit schätze man dann, wenn sie fehle. Sie müsse immer wieder neu erstritten und verteidigt werden. Als Beispiel führte er den Einsatz Europas gegen die Einschränkung der Pressefreiheit in Ungarn oder gegen die Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Dänemark an. Insbesondere die wirtschaftliche Freiheit trage zum Wohlstand Deutschlands bei. Jeder dritte Arbeitsplatz sei direkt, jeder zweite indirekt von der Exportwirtschaft abhängig. Für Kampeter hat der aufgeklärte Patriotismus des 21. Jahrhunderts auch immer eine europäische Dimension. Dabei schwebt ihm aber kein Bundesstaat vor. Angesichts der immer weiter wachsenden Globalisierung, mache es Sinn Europa die Aufgaben zu übertragen, die nicht mehr national regelbar seien. Dies, so betonte der Politiker, sei aber kein Verlust an Souveränität.

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