13. Januar 2012
Hessischer Ministerpräsident spricht vor Wirtschaftsrat in Flensburg
Forschungsförderung bedeutet Wirtschaftsförderung
„Zukunftsfähig ist nur der, der über das nötige Know-how und genügend Innovationskraft verfügt“, sagte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier MdL auf dem Neujahrsempfang des Wirtschaftsrates der CDU e.V. – Landesverband Schleswig-Holstein vor Unternehmern und Führungskräften in Flensburg in seiner Rede zum Thema „Hessen auf dem Weg an die europäische Spitze - Impulse aus dem Land der Zukunftstechnologie“.

 „Wir schaffen optimale Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung, haben mit LOEWE und Heureka zwei einzigartige und millionenschwere Programme ins Leben gerufen und fördern den Wissenstransfer von den Hochschulen in die Wirtschaft“, sagte der Hessische Ministerpräsident weiter. „Trotz Sparzwang muss klar sein: Forschungsförderung bedeutet letztendlich immer Wirtschaftsförderung und damit Wohlstand für dieses Land!“

Der Wirtschaftsrat der CDU in Schleswig-Holstein hat der Landesregierung ein Positionspapier „Wachstum trotz Konsolidierung durch systematisch gestärkte Innovationsfähigkeit“ vorgelegt. Wohlstand in Schleswig-Holstein kann nur erreicht werden, wenn parallel zu einer erfolgreichen Haushaltskonsolidierung auch die Wirtschaft wächst. Diese enorme Herausforderung ist nur zu bewältigen, wenn in einer breit angelegten Qualitätsoffensive der Mitteleinsatz auf eine gestärkte Innovationsfähigkeit der Wirtschaft ausgerichtet wird. Dies setzt ausreichende Investitionen in Schule, Ausbildung und Studium sowie in Forschung und Entwicklung voraus sowie einen funktionierenden Wissenstransfer aus der Wissenschaft in gewerbliche Anwendungen und Wertschöpfung.

Wirtschaftliches Wachstum wird nur noch in Regionen stattfinden, die dem Fachkräftemangel etwas entgegenzusetzen haben. Dafür müssen neue Prioritäten bei der Mittelverwendung gesetzt und eine breit angelegte Neuausrichtung der Landespolitik in Gang gesetzt werden. Die zehn wichtigsten Maßnahmen:

  • Umschichtung der verfügbaren Mittel hin zu einer gezielten Vermittlung von technischem Wissen durch: qualitätsverbesserte vorschulische Bildung; Stärkung der MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik in den schulischen Lehrplänen und bei der Lehrerausbildung; systematische Verzahnung der Bereiche Schule, Wissenschaft und Wirtschaft durch Einrichtung von etwa Schülerlaboren, Schüler-Technik-Akademien oder spezielle Themenveranstaltungen; Verlagerungen zugunsten industrie- und anwendungsorientierter Ausbildungsangebote (employability) im Bereich der Hochschulen; übergreifende Vermittlung von Selbstständigkeit und Unternehmertum.

 

  • Vorrangige Stärkung der beruflichen Bildung und der ihre Qualität sichernden Institute sowie Ausbau von wirtschaftsnahen und anwendungsorientierten Forschungsinstituten. Im Gegenzug Konzentration der Grundlagenforschung auf ausgewählte „Leuchttürme“ in länder- und hochschulübergreifenden Verbünden.

 

  • Umwidmung der Fördermittel für die Regional- und Strukturpolitik sowie den ländlichen Raum zur Stärkung von neuen Technologien im Verbund von Wissenschaft und Wirtschaft, um über Innovationen neue Wertschöpfungen und Exportpotenziale zu generieren.

 

  • Qualitätsverbesserung bei der Lehrerauslese und der Aus-, Fort- und Weiterbildung u. a. durch Dualisierung der Lehrerausbildung sowie personelle Stärkung der Schulsozialarbeit und des binnendifferenzierten Unterrichts durch Lehramtsstudenten.

 

  • Verstärkte Autonomie der Schulen in Bezug auf ihre Budgetverwendung, Lehr- und Lernprozesse sowie bei der Einstellung von Lehrern bei extern vorgegebenen Leistungskontrollen für einen leistungsfähigen Qualitätswettbewerb.

 

  • Systematische Stärkung der Transfermechanismen aus den Hochschulen und Forschungsinstituten insbesondere durch eine transparente Dokumentation der Transferleistungen. Daran sollten Mittelzuweisungen an Hochschulen und Leistungszulagen bei der Besoldung steuernd ausgerichtet werden. Schließlich sollten professionelle private Partner für die öffentlichen Patentverwertungsagenturen der Hochschulen gesucht werden, um Leistungsfähigkeit und Effizienz weiterzuentwickeln.
Kontakt
Dr. Bertram Zitscher
Landesgeschäftsführer
 
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
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