Er würde es immer wieder tun – soviel steht fest, trotz mancher Schwierigkeit und Unwägbarkeit. Klaus Berka, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Analytik Jena AG, hat den Sprung in die unternehmerische Selbstständigkeit unmittelbar nach der Wende nie bereut. Mit guten Ideen, dem richtigen Gespür für Märkte und Möglichkeiten, der notwendigen Portion Glück und vor allem unternehmerischem Mut ist es ihm und seinen Mitstreitern gelungen, aus einer der ersten kleinen Nachwendefirmengründungen einen international agierenden Konzern und Komplettsystemanbieter für Analysemesstechnik aufzubauen. Der 62-jährige berichtete vor rund 20 Jungunternehmern des Juniorenkreises im Wirtschaftsrat Thüringen in Jena über seine Erfahrungen während der vergangenen zwanzig Jahre als mittelständischer Unternehmer.

 

Sein Fazit: „Die größte Schwierigkeit für einen angehenden Unternehmer heutzutage ist es, eine  solide Finanzierung auf die Beine zu stellen“, sagte der diplomierte Ingenieur für chemische Verfahrenstechnik. Die Banken seien sehr viel restriktiver geworden und verlangten heute oftmals allzu hohe Sicherheiten für ihre Kredite. Gleichzeitig kritisierte er die Politik, die den Unternehmer häufig generell zum Klassenfeind stilisiere. „Es muss vor allem wieder eine eindeutigere, unternehmerfreundliche Wirtschaftspolitik geben, bei der auch tatsächlich Entscheidungen getroffen werden, auf die man sich als Unternehmer verlassen kann“, forderte Berka. Schließlich sichere und schaffe vor allem der Mittelstand die Arbeitsplätze im Land. „Als Unternehmer braucht man Planungssicherheit und leider ist allzu oft nicht klar, wie es weitergehen wird“, kritisierte Berka die aktuelle Wirtschaftspolitik.

 

Nach seiner Erfahrung sind neben einer überzeugenden Idee für ein neues Produkt oder Vertriebssystem besonders unternehmerischer Mut und das richtige Gespür notwendig, um erfolgreich zu sein. „Man braucht etwas Besonderes, ein Alleinstellungsmerkmal, um Kunden zu gewinnen und Märkte zu erobern.“ Seines Erachtens sollte ein Unternehmer auch nicht davor zurückscheuen, Kooperationen einzugehen und Netzwerke zu pflegen.

 

Die Analytik Jena AG ist im Jahr 2000 an die Börse gegangen und erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von über 86 Millionen Euro. Rund 800 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen und betreut Kunden in mehr als 120 Ländern. Gestartet war das Unternehmen als reine Vertriebsfirma für Analysetechnik unmittelbar nach der Wende, im Mai 1990. Erst 1995 entwickelte sich die Analytik Jena im Zuge der Übernahme des Bereichs Analysenmesstechnik von Zeiss zu einem Unternehmen, das von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb alle Prozesse vollständig abdeckt. Noch heute ist Klaus Berka, ehemals selbst bei Zeiss beschäftigt, dankbar für all die wohlwollende Unterstützung – ob finanziell oder materiell - die er in seiner unternehmerischen Anfangszeit erfahren hat. „Ich glaube, da haben es junge Firmengründer heute deutlich schwerer“, räumt er ein.

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Pressemitteilung vom 28. März 2012