09. März 2012
“Europa muss für alle ein Vorteil bleiben!”
Rainer Wieland MdEP, Vizepräsident des Europäischen Parlaments zu Gast in der Sektion Ludwigsburg des Wirtschaftsrates
„Man müsste viel mehr von Europa wissen und doch fehlt häufig die Information, daher freuen wir uns ganz besonders, dass wir heute den Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments bei uns zu Gast haben.“, mit diesen Worten begrüßte Dr. Wolfgang Brandt, Sprecher der Sektion Ludwigsburg, die Teilnehmer.
v.l.n.r.: Rainer Wieland MdEP, Dr. Wolfgang Brandt, Uwe Blankenhorn

Nach einer Einführung in die tägliche operative Praxis eines Europaabgeordneten betonte Rainer Wieland MdEP mit Bezug zu den aktuellen Entwicklungen in Griechenland: „Ich bestehe darauf, dass wir keine Euro-Krise haben. Was wir haben ist eine formidable Schuldenkrise der Eurostaaten.“ Europa müsse sich um drei Baustellen kümmern: Kurzfristig sei dies eine Lösung für Griechenland, mittelfristig eine Reform der europäischen Finanzgesetzgebung und langfristig müssten die Verträge fit gemacht werden. Vehement widersprach er der Wahrnehmung Brüssels als „bürokratisches Moloch“: „Das ist so nicht richtig, Deutschland ist der Bürokratie-Hochleistungsstandort“. Dies liege oftmals in der föderalen Ordnung begründet. Gerade vor Überregulierungen sollten wir uns hüten, denn diese würden schnell zu Standards, die den Bürger Geld kosten. Dagegen müssten sinnvolle Standards internationalisiert werden. Hier war Deutschland früher sehr erfolgreich, bestes Beispiel seien die DIN-Normen.

 

Es sei wichtig, Visionen zu entwickeln, die herausragende Vision, die für Europa spreche, sei nach wie vor die alte: „Wir Deutschen haben mit Europa das große Los gezogen. Wir sind heute von Freunden umzingelt, wir sind Außenhandels-Vizeweltmeister“. 320 Mrd. Euro beträgt Studien zu Folge der Profit der Europäer durch die Einführung des Euro, davon entfielen die Hälfte auf Deutschland. „Daher müssen gerade wir darauf achten, dass die Veranstaltung für alle ein Vorteil bleibt. Wer glaubt, dass man bei Gyros und Pizza in den Topf schauen kann und bei Dampfnudeln bleibt der Deckel geschlossen, der liegt falsch.“

Rainer Wieland MdEP

Nach einer engagierten und ausgedehnten Diskussion zog Sektionssprecher Wolfgang Brandt das Fazit des Abends: „In vielen Punkten haben Sie viel Licht ins Dunkel gebracht. Wir alle müssen uns einsetzen für Europa. Unser Ziel muss es sein, dass sich mindestens 30% der Bürger aktiv mit Europa auseinandersetzen.“