30. Mai 2012
Auf den Punkt gebracht! - Businesslunch des Wirtschaftsrates mit Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank spricht über die finanzpolitische Lage in Europa
Beim gut besuchten Businesslunch in der Havanna Lounge sprach Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, über die aktuelle finanzpolitische Lage in Europa.
Foto: Wirtschaftsrat

Folker Hellmeyer ging auf die aktuellen Wirtschaftsdaten aus Deutschland ein. Der Ifo-Index hatte zuletzt enttäuscht und ist deutlich auf den Wert von November 2011 zurückgefallen. Die Stimmungslage in den Unternehmen ist getrübt durch die Zuspitzung  der politischen Lage in Europa. Dies habe primär nichts mit der Auftragssituation Deutschlands zu tun, sondern sei politisches Risiko. In Europa fallen die Stimmungsindikatoren, aber nicht in der Welt. Der weltweite Ökonomieindex habe das höchste Niveau seit dem Frühjahr 2011 erreicht. Dies zeige, dass die Weltwirtschaft relativ gut aufgestellt ist.

 

Mit Blick auf Europa. so der Chefanalyst der Bremer Landesbank,  sei Griechenland ein „Eventrisiko“, das nicht vollständig erfassbar sei, weil alles von den Wahlen in Griechenland am 17. Juni abhänge. Sofern Griechenland die Eurozone verlasse, bekäme Europa nach seiner Einschätzung ein erhebliches Problem. Dies spiegele sich an den internationalen Finanzmärkten in der Form wider, dass sich die finanzielle Situation Spaniens und Italiens prekär verschärften und dies ein Zerbrechen der Eurozone mit sich bringen könne, sagte Hellmeyer.

 

In Bezug auf die finanzpolitische Lage in Spanien ging der Volkswirt auf das ins Trudeln geratene Bankhaus „Bancia“ ein. Die Situation sei bedauerlich, sie dürfe aber nicht auf alle spanischen Banken übertragen werden. Durch die gebildeten Rückstellungen im spanischen Immobiliensektor habe das Land ein Paket in Höhe von 50 bis 80 Milliarden Euro zu heben, um eine solide Situation der Banken zu produzieren.

 

Durch die Staatsverschuldung Griechenlands und die Probleme des Immobiliensektors in Spanien mit einer Gesamtsumme beider Länder von rund 400 Milliarden Euro, stelle sich die Frage, ob man wegen dieser Summe die gesamte Weltwirtschaft in Gefahr bringen soll, so Hellmeyer.

 

Die Integrität der Eurozone sei elementar für das Deutsche Wirtschaftsmodell so der Chefanalyst, der trotz der schwieirigen finanzpolitschen Lage weiterhin zuversichtlich ist.