21. Juni 2012
"Ein Schülerlabor für Mittelholstein"
Podiumsdiskussion der Sektion Neumünster im Hotel Prisma
Die Initiative für ein Schülerlabor möchte dem Trend entgegenwirken, daß sich immer weniger Schüler eines Jahrgangs für eine Tätigkeit in den sogenannten MINT-Bereichen - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - entscheiden.
Wie wirken sich Schülerlabore auf das Lernverhalten aus? Prof. Dr. Ute Harms, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, informierte über die wissenschaftlichen Kenntnisse.

Diese Bereiche sind für die mittelständisch geprägte Wirtschaft in Schleswig-Holstein mit Branchenschwerpunkten in der Metallbearbeitung und dem Maschinenbau inkl. Medizintechnik  sowie im Bereich der Chemie- und Lebensmittelverarbeitung und -technologie sehr wichtig. So begründete Guido Schwartze, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Neumünster GmbH, einleitend das Ziel der Veranstaltung, Unternehmen am Standort für eine Mitwirkung zu gewinnen. Finanziert durch das Ministerium für Bildung und Kultur des Landes sei durch das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Kiel (IPN) ein zielführendes Konzept entstanden.

 

Das Konzept erläuterte anschließend Prof. Dr. Ute Harms vom IPN. Sie präsentierte unter anderem eine Deutschlandkarte mit den 304 bestehenden Schülerlabors, die den gesamten Raum nördlich von Hannover und Berlin extrem unterbelichtet aufscheinen läßt. Während das Gros der bestehenden Angebote sich an ältere Schülerjahrgänge richte, sollte ein Praxislabor Neumünster im Vergleich zu den bestehenden Angeboten verstärkt auch jüngere Schülergruppen ansprechen und weniger forschungs-, sondern praxisbezogen angelegt sein.

 

Prof. Dr. Ute Harms berichtete zudem über die empirischen Evidenzen zur Wirkung von Schülerlabors auf die Entwicklung der Schüler. Demnach interessierten sich die Schüler besonders für selbstständiges Experimentieren, und das gesteigerte Interesse sei auch noch Monate später meßbar.


Die Initiative für ein Praxislabor hat im Rahmen der Veranstaltung erste Absichtserklärungen aus der Wirtschaft erhalten. Im weiteren geht es darum, den Kreis der Unternehmen zu erweitern und das Konzept inhaltlich auf die Angebote der beteiligten Unternehmen abzustimmen. Hierfür hat Prof. Dr. Andreas Hüttner vom Institut für Technik und ihre Didaktik der Universität Flensburg seine Unterstützung angeboten.


Das Praxislabor Neumünster wird eingebunden in eine Initiative "Schülerlabor Schleswig-
Holstein", die auch ein forschungsorientiertes Labor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vorsieht und weitere Initiativen in Schleswig-Holstein aufnehmen und unterstützen
könnte.