02. Oktober 2012
Bundesregierung geht Fachkräftemangel an
Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe vor Essener Wirtschaftsrat
Selbst in einer Region mit hoher Arbeitslosigkeit wie dem Ruhrgebiet, suchten immer mehr mittelständische Unternehmen geeignete Nachwuchskräfte. Dieser Mangel an qualifizierten Mitarbeitern könne sich zu einer Bremse bei der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung erweisen, warnte Dr. Rainald Heinisch, Mitglied des Sektionsvorstandes, zur Eröffnung der Tagung des Wirtschaftsrates Essen/Westliches Ruhrgebiet mit dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ralf Brauksiepe MdB.
Dr. Ralf Brauksiepe MdB (Foto: BMAS)

Diesen Gedanken griff der Arbeitsmarktexperte auf und ließ die Entwicklung des Arbeitsmarktes der letzten Jahre Revue passieren. 2005 seien fünf Millionen Menschen ohne Arbeit gewesen, heute dagegen sei die drei Millionenmarke unterschritten. Deutschland verzeichne eine Rekordbeschäftigung mit 42 Millionen Erwerbstätigen, davon 29 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Zahlen, so der Parlamentarische Staatssekretär, die sich sehen lassen könnten. Zweifelsfrei seien die notwendigen Arbeitsmarktreformen vor gut zehn Jahren die Ursache.

 

Ziel seiner Bemühungen sei es, dass Arbeitssuchende in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Dafür setze die Bundesregierung rund zwei Milliarden Euro zur Förderung von Qualifikation ein und habe die Förderung öffentlich geförderter Beschäftigung konsequent zurückgeführt. Brauksiepe teilte die Einschätzung des Wirtschaftsrates über einen sich abzeichnenden Fachkräftemangel. Dieser sei nicht flächendeckend, sondern zunächst noch regional und branchenspezifisch. Allerdings werde der Druck auf dem Arbeitsmarkt weiter zunehmen. 2025, so führte er aus, werden rund 6,3 Millionen Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter sein als heute. Die Arbeitnehmer von morgen seien bereits geboren, vielmehr nicht geboren. Daher sei die Ausschöpfung des vorhandenen Erwerbspotentials eine große Herausforderung für Politik und Unternehmen.

 

In fünf Punkten fasste er das Fachkräftekonzept der Bundesregierung zusammen und erhielt dafür die Unterstützung der Unternehmer. So sei es dringend notwendig gewesen, die damals richtige Frühverrentungspolitik nicht nur zu beenden, sondern die Lebensarbeitszeit schrittweise zu erhöhen. Ebenso notwendig sei es, die Zahl der Schulabbrecher massiv zu senken und gut ausgebildete Frauen nicht vor die Alternative Beruf oder Familie zu stellen. Es müsse mehr in Aus- und Weiterbildung investiert werden. Die Bundesregierung setze alles daran, durch eine bessere Anerkennung ausländischer Berufs- und Hochschulabschlüsse sowie Erleichterungen bei der Zuwanderung Hochqualifizierter dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken: „Die Bundesregierung hat die Herausforderung erkannt und gehandelt.“