07. November 2012
"Wir müssen die Energiewende in das richtige Fahrwasser bringen"
Traditionelles Hauptstadtfrühstück des Wirtschaftsrates in Berlin-Brandenburg mit Bundesminister Peter Altmaier MdB
"Deutschlands Energie für Morgen - Perspektiven und Chancen der Energiewende" lautete das Thema des Hauptstadtfrühstücks des Wirtschaftsrates auf dem über 180 Unternehmer und Führungskräfte der Metropolregion Berlin-Brandenburg mit Peter Altmaier MdB, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit diskutierten.
v.l.n.r. Bundesminister Peter Altmaier MdB, Präsidiumsmitglied des Wirtschaftsrates Dr. Nikolaus Breuel

Dr. Nikolaus Breuel, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg eröffnete die Diskussion: "Der Wirtschaftsrat begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung auf dem  Koalitionsgipfel jetzt zügig eine grundlegende Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetz EEG anzugehen. Die Bundesregierung hat die Sicherung der Bezahlbarkeit der Energieversorgung mit der Entscheidung zur Energiewende als zentrales Ziel zugesagt. Die Rückkehr zu Wettbewerb und unternehmerischem Denken bringen den Erfolg der Energiewende."

Der Bundesminister unterstrich in seiner Rede, dass die Energiewende eine politische Leitentscheidung ist. Diese ist aufgrund des fehlenden Rückhalts für die Kernkraft in der Bevölkerung getroffen worden und da Deutschland zu 80 bis 85 Prozent von Importen fossiler Brennstoffe abhängig sei, deren Preise durch die Nachfrage der sich insbesondere in Asien rasant entwickelnden Volkswirtschaften stark stiegen.

 

"Wir müssen jetzt die Energiewende in das richtige Fahrwasser bringen", sagte Peter Altmaier MdB. Dazu sei eine Reform des EEG notwendig. Deutschland bräuchte den berechenbaren Ausbau erneuerbarer Energien und die Kosten müssten im Blick gehalten werden. Ein zentraler Standortvorteil Deutschlands, um den uns viele Länder beneiden, liegt darin, dass wir noch eines der wenigen Länder sind, das vollständige Wertschöpfungsketten inklusive der Grundstoffindustrie beheimaten. Deshalb müssen wir hier Umwelt und Wirtschaft zusammenbringen und dürfen energieintensive Unternehmen nicht aus dem Land treiben.

 

Ein wichtiger Schritt sei auch die Koordination der 16 Bundesländer. Einig sei man sich geworden, dass es eine nationale Ausbaustrategie geben müsse und die 16 Bundesländer hätten die Bereitschaft signalisiert, ihre Ausbaupläne zu modifizieren. Zudem müsse es eine bessere Verzahnung zwischen Erneuerbaren und konventionellen Energien geben, mit Speichern und Netzen.  

Der Vorsitzende, Dr. Nikolaus Breuel, hob das hohe Engagement des Bundesministers beim Thema Energiewende hervor. Er brachte aber auch die Konfliktbereiche zum Ausdruck. Von besonderer Bedeutung für Breuel war die Orchestrierung der Energiewende. "Die Anzahl der Beteiligten und ihre unterschiedlichen Interessen werden nur bei Einsatz einer konsequenten Koordination und Steuerung unter einen Hut zu bekommen sein. Wer in so einer Gemengelage nur auf den guten Willen der Beteiligten vertraut, wird zusätzliche Kosten und Verzögerungen erleben", betonte der Landesvorsitzende.