10. Januar 2012
„Den Euro gilt es zu verteidigen!“
Bayerischer Finanzminister a.D. Georg Fahrenschon spricht in Borken über die EU-Schuldenkrise
Pünktlich zum Ausklang der Weihnachtsferien meldete sich die Euro-Schuldenkrise zurück. So fiel der Euro zeitweise im Vergleich zum US-Dollar mit 1,26 Dollar auf den tiefsten Stand seit Herbst 2010. Die Zukunft der Gemeinschaftswährung stand im Mittelpunkt der Jahresauftaktveranstaltung einer Regionaltagung des Wirtschaftsrates in Borken.
v.l.n.r.: Alfons Beckmann, Sektionssprecher Borken; Jens Spahn MdB; Georg Fahrenschon, Bayerischer Finanzminister a.D. (Foto: Wirtschaftsrat)

So ließen sich rund 150 geladene Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik die Gelegenheit nicht entgehen, sich durch den früheren bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon MdL informieren zu lassen. Ende November wurde der 43-Jährige zum Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes gewählt und wird ab Mai einen der einflussreichsten Posten in der Kreditwirtschaft innehaben. Wer könnte also besser über den Euro und die wirtschaftliche Situation Europas sprechen als der designierte Sparkassenpräsident?


Fahrenschon sprach voller Stolz über die „guten und richtigen Entscheidungen“, die 2011 getroffen wurden, von den exzellenten Kennzahlen in Deutschland und hob dabei die Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft hervor. Dank eines gesunden Mittelstandes, vor allem der familiengeführten Unternehmen, habe die deutsche Wirtschaft trotz Finanzkrise und einer weltweiten Rezession ein überaus erfolgreiches Jahr 2011 erlebt.


2012 werde dagegen, so befürchtete er, schwieriger werden. Die USA seien durch den anstehenden Präsidentschaftswahlkampf mit innenpolitischen Themen beschäftigt. China diskutiere derzeit intensiv die Zukunftsfähigkeit von Gesellschaftsmodellen und stelle dabei fest, dass die westlichen Demokratien weniger Dynamik, weniger Innovation und weit weniger Wachstum produzierten.

 

Nach diesem Bogen in die Weltpolitik erklärte der CSU-Politiker, dass eine Rückkehr zur D-Mark ein schlechter Ratschlag wäre. Weg vom Euro, zurück zu 27 Einzelwährungen, so wolle er sich die Welt nicht ausmalen. Der Euro sei weitaus stabiler als es die D-Mark war. „Wir haben am Beispiel des Schweizer Franken in den letzten Monaten erlebt, was mit der D-Mark passiert wäre. Unsere Exportwirtschaft wäre in schwieriges Fahrwasser gekommen.“ Zur Krisenbewältigung gebe es keine Patentlösung. Grundvoraussetzung sei es aber, dass der Stabilitätspakt, den die der rot-grüne Bundesregierung zuerst gebrochen habe, eingehalten werde. Europa sei Deutschlands Zukunft. Der Euro helfe, Frieden und Wohlstand in Europa zu sichern. Daher gelte es, die gemeinsame Währung zu verteidigen.