01. Oktober 2013
Lehrerversorgung an unseren Berufsschulen - Können sie ihren Bildungsauftrag erfüllen?
Abendveranstaltung der Sektion Plön/Ostholstein am 01. Oktober 2013
Unter dieser Überschrift hatte die Sektion Plön/Ostholstein zusammen mit dem Unternehmensverband Ostholstein zur Diskussion mit den beiden Schulleitern der Beruflichen Schulen des Kreises Ostholstein in Oldenburg und Eutin gebeten, zwei von 33 Berufsbildungszentren in Schleswig-Holstein.
v.l. Werner Süß (UV OH e.V.); Carsten Ingwertsen-Martensen und Dr. Annemarie Goos (beide Schulleiter der Beruflichen Schulen des Kreises OH) sowie Sektionssprecher Karsten Kahlcke (Foto: Wirtschaftsrat)

Beide Schulleiter, OStD Dr. Annemarie Goos für Oldenburg, und Carsten Ingwertsen-Martensen, Schulleiter der Beruflichen Schulen des Kreises Ostholstein für Eutin, wollten die Frage lieber bejahen, schließlich sei die Verwaltung ja für die Personalplanung verantwortlich. Dabei kooperiere man untereinander und stünde im permanenten Austausch mit der ansässigen Wirtschaft. Zudem sei man in der Lage, sich seine Lehrkräfte selbst im Rahmen der Ausbildung heranzuziehen. Selbstverständlich gäbe es auch bestimmte Lehrerprofile, die in der Region stark nachgefragt werden und daher knapp seien, wie derzeit solche zur Ausbildung von Pflegekräften, Erziehern oder Fachlehrer zu bestimmten technischen Bereichen, wie beispielsweise zur Elektrotechnik, die auch in der Industrie dringend gesucht werden würden.

 

Aber insgesamt gelinge es doch recht gut, mittels der verfügbaren gut 300 Lehrerstellen die etwa 6.000 Schüler entsprechend den Kursangeboten auszubilden. Daß die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft durchaus funktioniere, wurde in den anschließenden Beiträgen deutlich. Allerdings wiesen verschiedene, teilweise weit angereiste Landesschülervertreter da rauf hin, daß es in der Praxis durchaus gehäufte Unterrichtsausfälle gäben würde.

 

Die beiden anwesenden Berufsschulleiter sahen darin aber eher Ausnahmefälle und betonten, daß sie natürlich nur für ihre Schulen sprechen könnten und es keinen landesweiten Überblick über die Versorgung mit Berufsschullehrern gäbe. Allerdings spräche einiges dafür, daß das Land beispielsweise im Pflegebereich mehr Studiengänge für die Ausbildung an bieten müsse, um auch zukünftig den Bedarf decken zu können. Werner Süß unterstrich als Vorsitzender des Unternehmensverbandes Ostholstein den besonderen Ausbildungsbedarf für den Tourismus und die Gesundheitsbranche in der Region, während Handwerkspräsident Ulrich Mietschke berichtete, daß in Plön und Ostholstein 80 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben seien.

 

Ein Grund dafür sieht Sektionssprecher Karsten Kahlcke in der spürbar wachsenden Orientierungslosigkeit der Jugendlichen, der bereits in den allgemeinbildenden Schulen gezielt zu begegnen sei. Daß es allerdings auch bei den Berufsschulangeboten Defizite gibt, darauf verwies ein Teilnehmer im Anschluß hin. Demnach werde das Problem fehlender Lehrerstellen weniger durch Unterrichtsausfälle gelöst, sondern durch eine entsprechende Herabsetzung der Stundenplanangebote pro Lehrfach. BZ