02. Februar 2016
Bewältigung der Staatsschuldenkrise
Wo stehen wir?

Bernd Kaltenhäuser, Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wurde von Dr. Eckart Sünner, Sprecher der Sektion Pfalz, zu einem WR-Lunch in Ludwigshafen begrüßt. Kaltenhäuser stellte im Rahmen seines Vortrages heraus, dass die durchschnittliche Inflationsrate seit Einführung des Euro etwa 1,97% beträgt, was dem definierten Zielwert des EZB-Rates von unter, aber nahe 2% entspricht. Die einheitliche Geldpolitik habe ihr oberstes Ziel somit bislang erreicht.
Bernd Kaltenhäuser (2.v.l.) bei seinem Vortrag in Ludwigshafen - eingerahmt von den Sektionsvorstandsmitgliedern Dr. Stefan Deibel (links), Dominik Ast (rechts) und Sektionssprecher Dr. Eckart Sünner (2.v.r.) (Foto: Wirtschaftsrat)

Für 2016 und 2017 prognostizierte der Bundesbanker jedoch, dass die aktuell niedrige Inflationsrate im Euro-Raum weiterhin unter dem Zielwert bleiben wird. Preisdämpfend wirken vor allem die stark gesunkenen Rohölpreise.

Die Finanz- und Staatsschuldenkrise im Euro-Raum habe vor allem in den betroffenen Ländern die Notwendigkeit für Reformen und Sparanstrengungen aufgezeigt. Der vielfach eingeleitete Politikwechsel trage nunmehr erste Früchte. Auch die Lage an den Arbeitsmärkten habe sich in einzelnen Staaten verbessert, wenngleich die Situation, vor allem in den südeuropäischen Ländern, nach wie vor angespannt bleibe. Ebenso wurden die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern – insbesondere in China - sowie die ökonomischen Aspekte der Flüchtlingsproblematik von Kaltenhäuser thematisiert.

Mit Blick auf die Entwicklung der Staatsfinanzen in den Mitgliedsländern der Währungsunion müsse den im Maastricht-Vertrag beschlossenen Regeln wieder Geltung verschafft werden, so Kaltenhäuser abschließend. Zum einen sei dies noch immer der geltende rechtliche Rahmen der Währungsunion. Zum anderen sei eine Weiterentwicklung zu einer einheitlichen Fiskalpolitik in der Währungsunion derzeit nicht absehbar.