17. Februar 2016
Mittelständische Weltmarktführer in der Krise - haben unsere Hidden-Champions in Baden-Württemberg noch eine Chance?
Dr. Walter Döring spricht zur Situation der Hidden Champions im Land
Dr. Walter Döring zum Thema "Hidden Champions" (Bild: WR)

Ulm. Es war ein großer Bogen, den Döring an diesem Abend spannte um auf die Situation der Weltmarktführer im Land einzugehen. Er zitierte Schumpeter: „Man muss Altes zerstören um neuen auf den Weg zu bringen“, ging auf den Innovationsprozess in Unternehmen ein, beschrieb, was einen Hidden Champion ausmacht und zeigte auf, vor welchen Herausforderungen die Unternehmen stehen.

 

Er nannte bekannte Namen wie Kärcher und Festo aber auch weniger bekannte, die trotzdem zu den Weltmarktführern zählen. Döring dazu: „Der Begriff des Hidden Champion ist korrekt, viele Unternehmen wollen gar nicht mehr Bekanntheitsgrad erlangen.“ Diese Unternehmen besetzten Nischenmärkte und seien dort hoch erfolgreich, so Döring weiter. „Wir können stolz sein: knapp 50% aller Weltmarktführer sitzen in Deutschland“. Darüber hinaus, belege Baden-Württemberg Platz eins im bundesweiten Ranking. Den steten Wettstreit mit den auf Platz zwei rangierenden Bayern nannte der ehemalige Wirtschaftsminister erfrischend und betonte, der Wettbewerb belebe und treibe dazu an, nicht nach zu lassen.

Zahlreiche Unternehmer und echte "Hidden Champions" im Auditorium (Bild: WR)

Auch die Hidden Champions, das betonte Döring, stünden jedoch vor Herausforderungen: „Da gibt es lösbare Herausforderungen wie den notwendigen Ausbau der Infrastruktur.“ Für Hidden Champions ein nicht zu unterschätzendes Thema. Laut Döring haben zwei Drittel der baden-württembergischen Weltmarktführer Ihren Standort in der Provinz, außerhalb der Ballungszentren. Große Herausforderungen stünden den Unternehmen im Bereich Bildung und Ausbildung bevor: „2025 haben wir 14% weniger Schulabgänger in Deutschland, 2030 werden die unter 20-jährigen nur noch halb so stark in der Bevölkerung vertreten sein wie die Generation 60 plus“.

Der Fachkräftemangel in Deutschland bereitet Döring ebenso Sorge, wie der Umgang mit der Digitalisierung. „Jeder weiß da kommt was, nur wenige verstehen, dass wir bereits mitten drin stecken und noch weniger Unternehmer begreifen, dass es höchste Zeit ist, zu handeln“ stellte er fest.  

 

Dennoch, so Döring, müsse man stolz sein auf Deutschland, auf Baden-Württemberg im Besonderen und auf jedes einzelne Unternehmen, das solchen Erfolg habe: „Die Überschüsse mit denen Schäuble in der aktuellen Situation zum Glück haushalten kann, haben die Unternehmen erwirtschaftet“, jetzt gehe es darum, den Anschluss nicht zu verlieren. Döring: „Jeden Tag a bissle besser ist das, was baden-württembergische Unternehmen können und diesen Anspruch braucht es auch in Zukunft.“