14. Januar 2016
Impact Investing - Wie soziales Unternehmertum strukturelle Probleme lösen und Wohlstand schaffen kann
Business-Frühstück mit Susanne Bregy von Rhodanus Capital Ltd.
Die Mitglieder des Landesverbands Bremen hatten zum Jahresbeginn die Möglichkeit von Susanne Bregy aus erster Hand etwas über die „neue“ Art des Investierens zu erfahren. Impact Investing verspricht die etwas andere Art der Geldanlage. Neben Risiko und Rendite geht es hierbei auch um den „grünen“ / oder sozialen Mehrwert für die Gesellschaft.
Dr. Thomas Ull begrüßt die Teilnehmenden (Foto: Wirtschaftsrat)

Nach kurzen Grußworten von Dr. Thomas Ull, Mitglied des Landesvorstandes des Landesverbandes Bremen, übernahm Carsten Klugermann von der Bethmann Bank, die dieses Business-Frühstück finanziell unterstützte, das Wort und führte in die Brisanz des Themas ein. Er schilderte, dass sich immer mehr Kunden mit Interesse an nachhaltigen Investments an die Privatbank wenden würden. Aus diesem Grund freue er sich, dass mit Susanne Bregy eine Vorkämpferin des Themas „Impact Investing“ nach Bremen gekommen ist.

Carsten Klugermann führt in das Thema Impact Investing ein (Foto: Wirtschaftsrat)

Die gebürtige Schweizerin führte es nach einem Studium der Philosophie und BWL in München in der Welt der Private Equity und Hedge Fonds. Mit einer zunehmend kritischen Haltung gegenüber der „Haifischbecken“ – Mentalität wuchs die Überzeugung, bei Investments ganzheitlich zu denken. Nach der „Entdeckung“ des Begriffs Impact Investing wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und verfolgt seit dem das Ziel, Impact Investing zum Mainstream zu verhelfen.

Das Kapital, um soziale, ökologische und politische Probleme zu bekämpfen, wird zunehmend knapper. Staatsausgaben werden gekürzt und Spendengelder sind oft nicht ausreichend, um Probleme nachhaltig anzugehen. Zudem hebeln Spendengelder die Marktmechanismen aus, was nicht selten zu einem „Verpuffungseffekt“ führt.

 

Impact Investing kann dreidimensional dargestellt werden: Risiko, Rendite und Auswirkung (=Impact). Aus diesem Grund werden, eingebettet in einen marktwirtschaftlichen Rahmen,  kommerzielle Strategien eingesetzt, um Probleme zu verringern oder zu lösen. Denn kommerzieller Erfolg ist nicht immer mit geringem „Impact“ gleichzusetzen. Wird in Investments dieser Art keine finanzielle Rendite erzielt, dann handelt es sich um Philanthropie. Unbestritten ist, dass Philanthropie und Impact Investing zusammenwirken und ineinander übergehen. Als Herausforderungen schildert Susanne Bregy allerdings, dass es sich beim „Impact Investing“ um einen sehr jungen Bereich handelt, der allerdings immer mehr auch von etablierten Marktteilnehmern entdeckt wird. Die Erfahrungswerte dieser Art des Investierens sind geringer als bei traditionellen Investments. Das führe zu einer Unsicherheit bei den Investoren. Zudem seien Investitionen in Schwellenländern oftmals komplexer und mit höheren Kosten verbunden. Weiterhin kann die Messbarkeit von Impact anspruchsvoll sein, da sich nicht jeder Impact problemlos quantifizieren lässt. Die meisten Investmentopportunitäten sind in den Bereichen Private Debt und Private Equity zu finden.Nach der Vorstellung von zwei Sozialunternehmen (bettermarks – erfolgreich Mathe lernen und AgSri, einem Unternehmen zur Reduzierung der Wassermenge in der Zuckerrohr-Produktion) schloss Susanne Bregy ihren Vortrag mit Denkanstößen an die anwesenden Unternehmer ab. Herr Dr. Ull führte in eine Diskussion über, in der angesprochene Themen noch einmal kritisch durch die Teilnehmer beleuchtet wurden. Nach einem Get-together und leckeren Brötchen ließ es sich dann sehr entspannt in den Arbeitsalltag starten.

Susanne Bregy referiert begeistert für Impact Investing (Foto: Wirtschaftsrat)