19. September 2016
Zentralbankpolitik und die Folgen des lockeren Geldes
Junger Wirtschaftsrat NRW spricht mit HSBC-Chefvolkswirt Stefan Schilbe
v.l.n.r.: Lars Fiele, Stefan Schilbe, Sarah Schumann, Dominik Burziwoda (Foto: Wirtschaftsrat)

Über die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sprach der Junge Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen mit dem HSBC-Chefvolkswirt Stefan Schilbe. Lars Fiele, Landesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsrates Nordrhein Westfalen, zeigte sich besorgt, dass die lockere Geldpolitik sich als Reformverhinderungsprogramm erweisen könnte. Um diesem Treufelskreis zu entkommen, müsse die EU-Kommission endlich ein Zeichen für nachhaltige Reformen setzen und echte Sanktionen gegen Defizitsünder einleiten.

(Foto: Wirtschaftsrat)

Ein besonderes Augenmerk legte Schilbe in seinem Vortrag auf den Versuch der EZB, mit ihrer lockeren Geldpolitik die Kreditvergabe anzukurbeln. Trotz Niedrigzinsen sei die Kreditvergabe in der Eurozone nur moderat gestiegen. Der Finanzexperte sprach deshalb von einem Investitionsstau. Damit verfehle die EZB bisher ihr Ziel, Unternehmen zu mehr Investitionen zu bewegen und für mehr Wirtschaftswachstum zu sorgen. 

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Auch das Thema Altersvorsorge beschäftigte den Finanzexperten. Für Sparer werde es immer schwieriger, Vermögen aufzubauen. „Klassische Vorsorgewerkzeuge wie Anleihen und Lebensversicherungen funktionieren nicht mehr“, so Schilbe weiter. Deshalb riet er, über alternative Anlagemöglichkeiten wie zum Beispiel Aktienfonds nachzudenken.