03. März 2017
Gemeinsame Erklärung der Landesverbände Hamburg und Schleswig-Holstein
Wirtschaftsrat: Norddeutschland soll Vorreiter bei den nächsten Schritten der Energiewende werden
Christian von Boetticher: „Schleswig-Holstein braucht einen Innovationsschub, der neue Arbeitsplätze in der Energiewirtschaft schafft.“

Die Innovationsallianz NEW 4.0 ist die länderübergreifende Antwort von Hamburg und Schleswig-Holstein auf das Jahrhundertprojekt Energiewende. Die jeweiligen Landesverbände des Wirtschaftsrates begrüßen die Förderung der Allianz durch die Bundesregierung, fordern aber zugleich die Landesregierungen in Hamburg und Kiel auf, umfangreiche Innovationsförderprogramme aufzulegen.

 

"Auf diesem Gebiet ist bislang nicht genug passiert. Wir brauchen neue Forschungschwerpunkte an den Hochschulen, eine intensive Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben norddeutscher Technologieunternehmen, aber auch den Aufbau von Existenzgründungs- und Technologietransferzentren“, erklärt der Vorsitzende der Landesfachkommission Energiewirtschaft des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein, Stefan Liebing, nach einer Gesprächsrunde mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier am Freitag.

 

Der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein, Christian von Boetticher, ergänzt: „In den nächsten Jahren muss in Norddeutschland - neben dem lokalen Ausbau erneuerbarer Energien - der Fokus vorrangig auf der Digitalisierung der Energiewende, der intelligenten Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien, der Einrichtung von Existenzgründungszentren sowie dem Export von Know-how in andere Bundesländer und über die deutschen Grenzen hinaus liegen."

 

Dass auch auf Bundesebene einige Reformen notwendig sind, darin waren sich die Vertreter der norddeutschen Energiewirtschaft mit Bundesminister Altmaier einig. Der Wirtschaftsrat setzt sich für eine weitere Öffnung und Flexibilisierung der Energiemärkte ebenso ein wie für eine bessere Koordinierung der parallelen Nutzung von erneuerbaren und konventionellen Energiequellen. Die Reduktion von Netznutzungsentgelten durch die Abschaffung von zahlreichen Förder- und Ausnahmetatbeständen ist eine wichtige Aufgabe, um sicherzustellen, dass Privatkunden und Industriebetriebe nicht über Gebühr belastet werden.

 

„Massiv erhöhte Speichertechnik oder stark an die Stromproduktion angepasste Nutzung sind dringendste Voraussetzungen dafür, dass die zunehmend wegfallende Grundlastproduktion durch Kernkraft und Braunkohle nicht zum Blackout führt – oder, wie in Frankreich zu beobachten, zu einer Vervielfachung der Strompreise. NEW 4.0 kommt deshalb eine überragende Bedeutung zu. Rechtliche Hemmnisse für das Projekt müssen so gering wie möglich gehalten werden“, betont Ulf Gehrckens, Vorsitzender der Landesfachkommission Energie- und Industriepolitik des Wirtschaftsrates Hamburg.

Kontakt
Christian Ströder
Referent für Wirtschaftspolitik
Wirtschaftsrat der CDU e.V. Landesverband Hamburg
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