18. Dezember 2017
Klimaschutzplan 2050: Steuerliche Förderung umsetzen, energetische Sanierung in die Breite tragen!
Um CO2 kosteneffizient und technologieoffen im Gebäudebereich einzusparen, gilt es, auf gezielte Anreize statt auf überzogene Vorgaben und ineffiziente Zwangsmaßnahmen zu setzen. Der stärkste Hebel hierfür ist das sich selbsttragende Instrument der steuerlichen Förderung. Bund und Länder sind in der Pflicht.

40 Prozent des Primärenergiebedarfes in Deutschland entfallen auf den Betrieb von Gebäuden. Dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung zufolge soll der Gebäudebereich bis 2030 ein Emissionsminderungsziel von 66-67 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 erreichen und damit im Vergleich zu allen anderen Sektoren den anteilig höchsten Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Da aber nur 0,8 Prozent des Gebäudebestandes pro Jahr saniert wird, drohen sämtliche Emissionsminderungs- und Effizienzziele verfehlt zu werden. Dieses Fazit zogen die beiden Bundesfachkommissionen Energieeffizienz sowie Bau, Immobilien und Smart Cities.

 

Bund und Länder sind in der Pflicht, die steuerliche Förderung von Einzel- und Gesamtmaßnahmen als zweite Wahloption neben dem bereits existierenden Investitionszuschuss der KfW umgehend nach Regierungsbildung einzuführen, um neue Zielgruppen zu erreichen und die energetische Sanierung jetzt in die Breite zu tragen.

Der Wirtschaftsrat setzt sich dabei für eine technologieoffene, zielgruppengerechte, kostenneutrale und unbürokratische Ausgestaltung des Schlüsselinstrumentes ein, die zur Vereinfachung und Konsolidierung der Förderlandschaft beiträgt. Alle in Verbindung mit der begünstigten Investition im Sinne der energetischen Modernisierung anfallenden Kosten sollten dabei nach Abschluss im Sinne des Einkommenssteuer- bzw. Körperschaftssteuergesetzes vollständig als Sofortabschreibung im ersten Steuerjahr absetzbar sein. Die Abschreibungssätze richten sich analog des KfW-Investitionszuschusses nach dem zu erreichenden Förderziel. Sie sind in derselben Höhe ausgestaltet wie im KfW-Zuschussprogramm, um keinen Förderweg zu diskriminieren. Gewerbesteuer, sowie Lohn- und Umsatzsteuer sind von der Abschreibung unberührt.

 

Gebäudesanierung ist ein „Marathonprojekt“, das viele Eigentümer nur etappenweise über mehrere Jahre finanziell stemmen können. Damit der Gebäudesanierung nicht bereits nach der ersten Sanierungsmaßnahme der Atem ausgeht, setzt sich der Wirtschaftsrat dafür ein, bestehende Anreize nach dem Baukastenprinzip zu optimieren und den Zeitrahmen für förderungsfähige Maßnahmen auf mindestens zehn Jahre auszudehnen. Dadurch würde die Umsetzung weiterer, effizienzsteigernder Sanierungsmaßnahmen für Eigentümer kostenverträglicher und attraktiver.