21. März 2018
Hauptstadtfrühstück
"Wir erwarten Mut zur Realität von den politischen Entscheidungsträgern"
Hauptstadtfrühstück mit Michael Vassiliadis
Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, empfiehlt, "das Wettrennen um den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Kohleausstieg einzustellen". Klima-, industrie- und beschäftigungspolitische Aspekte müssen gleichgewichtig berücksichtigt werden, fordert Michael Vassiliadis.
Michael Vassiliadis und Dr. Nikolaus Breuel (Foto: Wirtschaftsrat)

Dabei sei zu betonen, dass die IG BCE den Weg zu erneuerbaren Energien einschlagen, den CO2-Ausstoß reduzieren und Ressourcen schonen will -  dies jedoch mit einem vernünfitigen Energiemix, damit keine Versorgungslücke entstehe, so Vassiliadis. Der Ausbau von Netzen und Speichertechnologien stünden nicht im Fokus der Energiewende. Diese werden jedoch für den Umstieg dringend benötigt. Daher müsse sich die Politik die Frage stellen, ob ein sinniges Konzept für den Umstieg auf erneuerbare Energien vorliege oder ob man sich postindustriellen Visionen hingebe, so der Vorsitzende der IG BCE. Dies betreffe auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Versorgungssicherheit und international wettbewerbsfähige Strom- und Wärmepreise entscheiden, ob zukünftig in Deutschland oder in anderen Staaten investiert werde.

Michael Vassiliadis (Foto: Wirtschaftsrat)

Vassiliadis betont, dass Deutschland ohnehin schon einen Kohleausstieg bis zum Jahr 2040 bis 2042 zu bewältigen habe. Es sollten nun die Kräfte freigesetzt werden, um die Herausforderungen anzugehen und die kompletten industriellen Wertschöpfungsketten zu erhalten. Die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland muss nachhaltig gesichert werden, wofür wettbewerbsfähige Energiepreise und die Garantie einer stabilen Energieversorgung notwendige Bedingungen seien, so Vassiliadis. 

Foto: Wirtschaftsrat